Mehr Action für Jugendliche  Weener pusht Jugendarbeit – auch in den Ortsteilen

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 02.05.2023 11:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kim Kamschat und Angelika Janßen-Harms sind gemeinsam mit Martina Dannen vom Jugendzentrum Tichelwarf inzwischen ein eingespieltes Team. Foto: Gettkowski
Kim Kamschat und Angelika Janßen-Harms sind gemeinsam mit Martina Dannen vom Jugendzentrum Tichelwarf inzwischen ein eingespieltes Team. Foto: Gettkowski
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Die Stadt Weener will den Bereich der Jugendarbeit stärken und dazu eine Präventionskraft einstellen. Die positiven Effekte sollen Kinder und Jugendliche spüren.

Weener - Die Stadt Weener wird noch in diesem Jahr ein neues Konzept für die Jugend- und Präventionsarbeit umsetzen. Dieser einstimmige Beschluss fiel am Donnerstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Integration, Gleichstellung und Soziales. Für 50.000 Euro soll eine Präventionskraft dauerhaft den Bereich der Jugendarbeit unterstützen.

„Die Hälfte der Personalkosten übernimmt der Landkreis Leer“, berichtete der Weeneraner Bürgermeister Heiko Abbas, „wir sind eine der wenigen Kommunen im Kreis, die noch keine Präventionskraft haben.“ Die anderen 25.000 Euro sollen im Haushalt 2023 der Stadt Weener bereitgestellt werden. Laut Abbas würden zusätzliche Personalressourcen vor allem benötigt, um Kinder und Jugendliche in allen Ortsteilen zu erreichen und dort Angebote der Jugend- und Präventionsarbeit machen zu können. „Das Angebot soll mit der offenen und dezentralen Jugendarbeit im gesamten Stadtgebiet kombiniert werden“, erklärte Angelika Janßen-Harms.

Angebote in allen Ortsteilen

Die Leiterin des Fachbereichs Jugend wies darauf hin, dass die Pläne schon vor einiger Zeit in der Verwaltung erarbeitet worden waren. „Seitdem wir mit Kim Kanschat nun auch wieder einen Leiter für das Juz Wasserturm in Weener haben, können wir diese Pläne nun auch umsetzen“, sagte sie. Wesentliches Ziel sei es laut Angelika Janßen-Harms, Kindern und Jugendlichen in allen Ortsteilen einmal im Quartal ein Angebot der Jugend- und Präventionsarbeit zu machen.

Kim Kamschat zog in der Sitzung eine erste Bilanz über seine Arbeit. Seit Juni vergangenen Jahres leitet der Sozialarbeiter das Juz Wasserturm in Weener. „Ich hatte einen schönen Start und freue mich über eine tolle Entwicklung“, so der 52-Jährige. Es gebe im Juz zwar einen Fernseher, „ich habe aber nicht gesehen, dass der mal an war“.

Mittagsangebot für Kinder

Beide Jugendzentren waren aufgrund Energiespargründen im Wechsel Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 jeweils für zwei Monate geschlossen. Vor diesem Hintergrund sei er sehr zufrieden mit den Besucherzahlen. „Die Mischung in Tichelwarf ist bunter und homogener“, hat Kanschat beobachtet. Die Besucher seien mobiler. Das sei während der Schließzeit des Juz Tichelwarf deutlich geworden. „Die sind gerne zum Juz Wasserturm gekommen.“ Andersherum habe das nicht so gut funktioniert. Die meisten würden zu Fuß ins Juz kommen. „Viele besitzen gar kein Fahrrad.“ Auch sei der Anteil der jungen Heranwachsenden mit 20 Prozent in Weener deutlich höher.

Durch den engen Kontakt zu den Jugendlichen hat der Sozialarbeiter bereits einen Schwachpunkt ausgemacht – und reagiert. „Viele Kinder und Jugendliche haben noch keine Mittagsmahlzeit gehabt, wenn sie zu uns kommen“, berichtete Kanschat. Praktikantin Lena Janßen wird aus diesem Grund künftig regelmäßig Back- und Kochprojekte anbieten und bekommt dabei Unterstützung vom Brotkorb Rheiderland.

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