Die Bürger haben sich entschieden  Neue Straßennamen – zu Ehren einer Politikerin und Autorin

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 28.04.2023 13:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nun steht fest, was auf die Schilder kommt. Foto: Pixabay
Nun steht fest, was auf die Schilder kommt. Foto: Pixabay
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In Ostfriesland gibt es ulkige Straßennamen – bestes Beispiel Halv Schwienskopp in Blomberg. In Jemgum wird künftig eine Frau geehrt.

Jemgum - Hauptstraße kann ja jeder: In Jemgum haben die Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen dazu einreichen dürfen, wie die neuen Straßennamen in den Neubaugebieten in Ditzum und Jemgum lauten sollen. Außerdem ging es um die Umbenennung des Toten Weges. Die Verwaltung hatte Vorschläge gemacht, aber es war Wunsch der Gremien, dass auch die Bürger ein Wort mitreden. Das Ergebnis: Nach Wilhelmine Siefkes wird eine Straße im neuen Baugebiet in Jemgum benannt. Die Verwaltung hatte das vorgeschlagen und die Bürger fanden den Vorschlag gut. Siefkes (1890-1984) war eine bekannte Leeraner Politikerin und Autorin. Sie hatte 1910 in Jemgum ihre erste Stelle als Lehrerin angetreten.

Wilhelmine Siefkes 1970, im Alter von 80 Jahren. Das Foto stammt aus ihrer Autobiografie „Erinnerungen“. (Foto: Fotograf Gesie Wetzig, Veröffentlichungsrecht: Stadtarchiv Stadt Leer)
Wilhelmine Siefkes 1970, im Alter von 80 Jahren. Das Foto stammt aus ihrer Autobiografie „Erinnerungen“. (Foto: Fotograf Gesie Wetzig, Veröffentlichungsrecht: Stadtarchiv Stadt Leer)
Einige Alternativen für die Straßen wurden eingereicht: Gänseweg, Am Platt Patt, Jakobus-Baumann-Str. zum Beispiel. Im neuen Baugebiet in Ditzum wird der Vorschlag der Verwaltung umgesetzt: Die Straße wird Am Schöpfwerkstief heißen. Der Tote Weg behält seinen Namen. Die Umbenennung in Am Amelbarg fand weniger Unterstützer.

Regeln und Kurioses

Damit erfüllen die Straßennamen in Jemgum alle Vorgaben: „Eine Straßenbezeichnung darf im Gemeindegebiet nur einmal vorkommen“, schreibt die Verwaltung. Die Straßennamen sollten nicht einmal ähnlich klingen. Die beiden Baugebiete werden gerade erst erschlossen. Die Straßennamen gibt es also, ehe man abschließend vermessen hat – aber damit liegt man genau richtig, denn „in neu erschlossenen Gebieten sollen Straßennamen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt beschlossen werden“, so die Gemeinde. Außerdem sollten Straßen nicht nach lebenden Personen benannt werden und einen örtlichen Bezug haben.

Diese Vorgaben scheinen sich nicht immer durchzusetzen. Es gibt einige bekannte Beispiele für ungewöhnliche Straßennamen: Das Schulterblatt oder die Rutschbahn in Hamburg, der Unterer Fauler Pelz in Heidelberg, die Milchstraße unter anderem in Offenburg oder die Beamtenlaufbahn, die gleich in mehreren Städten zu finden ist. Ostfriesland muss sich aber nicht verstecken, wenn es um kuriose Straßennamen geht. Wahrscheinlich der Spitzenreiter: Halv Schwienskopp, eine Straße in Blomberg (Kreis Wittmund) in Ostfriesland. Übersetzt: Halber Schweinskopf. Aber auch Brummelburg (Leer), Rotzmense (Bensersiel), Sandkastenweg (Uplengen) oder Fetter Strich (Neuharlingersiel) könnten den ein oder anderen zum Schmunzeln bringen oder verdutzt zurücklassen.

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