Fachkräftemangel in Schwimmbädern  Bädern fehlt das Personal – Sorge im Rheiderland

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 27.04.2023 08:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Markus Bakker ist Meister für Bäderbetriebe und hat schon seit vielen Jahren ein waches Auge auf die Badegäste im Friesenbad. Foto: Gettkowski
Markus Bakker ist Meister für Bäderbetriebe und hat schon seit vielen Jahren ein waches Auge auf die Badegäste im Friesenbad. Foto: Gettkowski
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Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister schlägt Alarm: In deutschen Frei- und Hallenbädern fehlen schon heute 3000 Fachkräfte. Wie sieht es in den Kommunen in der Region aus? Wir haben nachgefragt.

Ostfriesland - Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister schlägt Alarm und warnt vor einer dramatischen Lage in Frei- und Hallenbädern. Danach fehlen bundesweit aktuell 3000 Fachkräfte. In Bunde ist die Entwicklung schon zu spüren. Dort musste das Hallenbad vorzeitig die Saison beenden. Es wird händeringend ein Schwimmmeister gesucht.

Was und warum

Darum geht es: Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister warnt vor einem Fachkräftemangel in Frei- und Hallenbädern.

Vor allem interessant für: alle, die gerne schwimmen gehen

Deshalb berichten wir: In Bunde gestaltet sich die Suche nach einem neuen Schwimmmeister schwierig.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Im Sommer vergangenen Jahres war der Schwimmmeister völlig überraschend gestorben. Erst Ende des Jahres konnte ein Nachfolger gefunden werden – doch der hat sich nach kurzem Gastspiel wieder in seine Heimat Trier verabschiedet, wo er eine Vollzeitstelle bekommen hat.

Die Situation in Weener

Im Friesenbad in Weener ist die Lage entspannter. Markus Bakker (Meister für Bäderbetriebe), Florian Behrenz und Kathrin Jansen (Fachangestellte für Bäderbetriebe) sind seit Jahren ein eingespieltes Team. „Das Problem ist uns aber nicht unbekannt“, berichtet Hermann Welp, Geschäftsführer der Friesenbad Weener GmbH. Das Freibad in Weener habe vor einigen Jahren Verstärkung zum Saisonstart gesucht. „Die Einstellung konnte dann aber erst in der nächsten Saison erfolgen“, so der Friesenbad-Geschäftsführer. Für Freibäder ist die Personalfindung häufig problematisch, wenn das Beschäftigungsverhältnis auf nur wenige Monate befristet ist. Im Friesenbad Weener ist das anders. Die Schwimmmeister sind das ganze Jahr über beschäftigt. „Die Saison des Friesenbades geht fünf Monate von April bis September“, erklärt Welp. Durch die langen Öffnungszeiten und die Arbeit an den Wochenenden sammeln sich viele Überstunden bei den Mitarbeitern an.

Manko: Markus Bakker und seine Kollegen können im Sommer keinen Urlaub nehmen, sie müssen an den Wochenenden ran und verlassen das Friesenbad durch die langen Öffnungszeiten in der Saison selten vor 21 Uhr. „Dadurch haben sie von November bis Januar drei Monate am Stück frei“, erzählt Hermann Welp. Sechs bis acht Wochen vor und nach der Saison sind sie voll damit beschäftigt, das Bad winterfest zu machen. „Oder es für den Saisonstart vorzubereiten: Armaturen werden gereinigt, kaputte Fliesen getauscht und sämtliche Fugen neu mit Silikon verfugt“, so Welp.

Die Personallage in Leer

Im Plytje gibt es aktuell noch keine Personalengpässe, wie Anja Buse berichtet. Sie hat gemeinsam mit Lisa Kresse die Geschäftsführung für das Bad. Dort sind 13 Mitarbeiter beschäftigt, davon sieben Mitarbeiter in Teilzeit. Hinzu kommen drei Auszubildende. Fünf Rettungsschwimmer stehen nach Angaben von Anja Buse zur Unterstützung bereit, wenn‘s mal personell eng wird. „Im Moment sieht es so aus, als ob sich das Interesse junger Leute an der Ausbildung wieder verstärkt“, so Buse. Drei Schüler, die eine Ausbildung machen wollen, hätten sich bereits vorgestellt.

Ob und wie viele eingestellt werden, sei allerdings Entscheidung des Aufsichtsrates. Ziel sei es, Azubis zu übernehmen. Die Erfahrung habe aber gezeigt, dass bei der Ausbildung nicht alle bei der Stange bleiben. „Zwei Azubis haben ihre Ausbildung abgebrochen.“

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