Hilfsbedürftige in Leer  Das wird aus der Obdachlosenunterkunft an der Eisinghausener Straße

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 27.04.2023 08:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Obdachlosenunterkunft an der Eisinghauser Straße ist in desolatem Zustand. Foto: Archiv
Die Obdachlosenunterkunft an der Eisinghauser Straße ist in desolatem Zustand. Foto: Archiv
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Die Obdachlosenunterkunft beschäftigt die Stadt schon seit Jahren. Nun wurde eine endgültige Entscheidung getroffen.

Leer - Schon lange steht eine Frage im Raum: Was wird aus der Obdachlosenunterkunft an der Eisinghausener Straße in Leer? Klar ist, dass die Gebäude in desolatem Zustand sind. Sie sind baufällig und unbewohnbar.

Was und warum

Darum geht es: Die Obdachlosenunterkunft beschäftigt die Stadt schon lange. Nun ist eine endgültige Entscheidung getroffen worden.

Vor allem interessant für: Alle, die wissen wollen, was aus dem Gebäude wird

Deshalb berichten wir: Der Verwaltungsausschuss hat eine Entscheidung gefällt.

Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de

Seit mehreren Jahren stehen die sieben Unterkünfte in der Eisinghausener Straße deshalb auch nicht mehr für die Unterbringung von Obdachlosen zur Verfügung. Das ist ein echtes Problem für die Stadt, die nun extra Wohnungen anmieten muss, um sie Obdachlosen zur Verfügung zu stellen.

So geht es weiter

Nun steht auch fest, was aus der Unterkunft wird: „Es wird abgerissen. Es ist wirtschaftlich nicht sanierungsfähig“, sagt Leers Bürgermeister Claus-Peter Horst. Die Entscheidung wurde auch deshalb getroffen, da vor Kurzem das Gebäudemanagement der Stadt vor Ort war, um sich ein genaues Bild über die Schäden zu machen. Und diese sind verheerend.

„Es gibt unter anderem Schimmel, veraltete Rohre, Heizungen und Leitungen, ein ungedämmtes Dach und beschädigte Böden. Es macht keinen Sinn, das instand zu setzen“, sagte Grit Fokken von der Stadt im vergangenen Sozialausschuss. Eine Instandsetzung würde enorm teuer werden und den Haushalt der Stadt massiv belasten. Anfangs war noch geschätzt worden, dass rund eine viertel Millionen Euro investiert werden müssten, um das Gebäude überhaupt bewohnbar zu machen. Nun ist klar, dass es deutlich teurer werden würde.

Kosten für die Unterkunft

„Wir reden von geschätzt 760.000 Euro für die Instandsetzung. Dazu kämen 50.000 Euro für die Kläranlage und die Außenbereiche müssen auch gemacht werden“, so Fokken. Dieses Geld spart sich die Stadt nun, da der Abriss beschlossene Sache ist. Ein Neubau würde wahrscheinlich aber noch teurer werden – und zeitfressend, weil ein ganz neues Bebauungsplanverfahren durchlaufen werden müsste.

Seitdem vor mehr als zwei Jahren die sieben Obdachlosenwohnungen in der Eisinghausener Straße geräumt werden mussten, weil die Gebäude baufällig und unbewohnbar geworden waren, begannen die Planungen. Zwischenzeitlich hatte die Stadt nur noch fünf eigene so genannte Schlichtwohnungen im Birkhahnweg, in denen maximal zwölf Menschen leben können.

Um ihrer Verpflichtung gerecht zu werden, unfreiwillige Obdachlosigkeit zu vermeiden, hatte sie zusätzliche Wohnungen angemietet, in denen Wohnungslose vorübergehend unterkommen können. Nun steht also fest, dass auch die Herrichtung des ursprünglichen Standorts der Obdachlosenunterkunft die Stadt teuer zu stehen kommen würde. Und bei den Zahlen geht es nur darum, dass diese bewohnbar werden und energetisch auf einem Stand sind, der heutigen Standards entspricht. Die vielen Schäden, die im Laufe der Jahre entstanden sind, fordern ihren Tribut.

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