Rat neu formiert  Ohne Löwen jetzt neue Mehrheiten in Moormerland

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 24.04.2023 17:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wenn hinter den dicken Mauern des Rathauses in Moormerland künftig die Ausschüsse tagen, hat eine Fraktion nun einen Vorteil. Foto: Ortgies/Archiv
Wenn hinter den dicken Mauern des Rathauses in Moormerland künftig die Ausschüsse tagen, hat eine Fraktion nun einen Vorteil. Foto: Ortgies/Archiv
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Zu zweit sind Torsten Bruns und Tanja Veentjer jetzt die Moormerländer Wählergemeinschaft. Vom Rückzug der Löwen profitiert jedoch eine andere Fraktion viel stärker.

Moormerland - Der Gemeinderat in Moormerland ist die Löwen los: Zwei von vier Mitgliedern der Fraktion Wir Moormerländer Löwen hatten Anfang des Jahres ihren Rücktritt erklärt, alle möglichen Nachrücker hatten verzichtet. Somit blieben Torsten Bruns und Tanja Veentjer übrig. Sie haben sich nun einen neuen Namen gegeben. Auch sonst hat sich im Rat einiges geändert.

Was und warum

Darum geht es: Zwei Mitglieder der Gruppe Wir Moormerländer Löwen haben den Rat verlassen. Das führt zu Veränderungen in den Ratsgremien

Vor allem interessant für: Einwohner der Gemeinde Moormerland und Menschen, die sich für Lokalpolitik interessieren

Deshalb berichten wir: Der Gemeinderat hatte kürzlich die Umbildungen beschlossen

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Durch den Rückzug der Löwen haben sich die Mehrheitsverhältnisse geändert. Das wirkt sich nicht nur auf den Verwaltungsausschuss (VA) aus, dem neben Bürgermeister Hendrik Schulz die Spitzen der Fraktionen angehören und der wichtige Themen für den Gemeinderat vorberät. Dort waren die Löwen bisher mit einer Stimme vertreten.

Fraktion kann mitreden, aber nicht abstimmen

Nun haben Bruns und Veentjer, die sich den neuen Namen Moormerländer Wählergemeinschaft (MWG) gegeben haben, dort zwar noch einen Sitz, aber kein Stimmrecht mehr. Genauso ist es in allen Fachausschüssen, auch dort können die beiden zwar an den Beratungen teilnehmen, aber im so genannten Grundmandat nicht mit abstimmen.

„Wir haben kein Stimmrecht mehr, dafür aber mehr Arbeit“, sagt Torsten Bruns scherzhaft. Denn Tanja Veentjer und er teilen sich nun die Mitarbeit in den Fachausschüssen. In den anderen Fraktionen sei die Vorbereitung der Sitzungen auf mehrere Schultern verteilt, sie seien dagegen nur zu zweit.

SPD ist klar im Vorteil

Dafür könnten sie die Fraktionssitzungen zu Hause stattfinden lassen – Bruns und Veentjer sind auch privat ein Paar. Den Fraktionsvorsitz hat Veentjer inne, Bruns dafür den Sitz im Verwaltungsausschuss. Die Sitzungsgelder würden sie für den nächsten Wahlkampf zurücklegen, so Bruns.

Am meisten profitieren die Sozialdemokraten von dem Rückzug der Löwen Gerd Oncken und Ewald Janssen. Denn in allen Fachausschüssen, die mit ihren Beratungen die Grundlage für Ratsbeschlüsse legen, haben sie nun fünf Sitze, die CDU hat drei und die Grünen ein Sitz, alle mit Stimmrecht. Dazu kommt dann jeweils die MWG ohne Stimmrecht. Sofern bei der SPD niemand fehlt, könnte die Fraktion in allen Ausschüssen die anderen Fraktionen überstimmen.

Gleiche Situation im VA: Dort hat die SPD vier Sitze, die CDU drei und die Grünen einen mit Stimmrecht. die WMG hat ein Grundmandat. Jedoch im Gemeinderat, wo auch MWG mit abstimmen kann, hat die SPD 16 Sitze – auf die gleiche Zahl kommen alle anderen Fraktionen zusammen. Allerdings hat Bürgermeister Hendrik Schulz sowohl im Rat als auch im VA ebenfalls ein Stimmrecht, er gilt zwar als fraktionslos, ist aber Mitglied der SPD.

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