LNG-Terminals Kanzler und Minister haben ihre Chance vertan
Am Donnerstag sind Scholz und Habeck nach Rügen gereist. Sie hätten glaubhaft erklären können, warum gerade vor Rügen ein weiteres LNG-Terminal gebraucht wird. Haben sie aber nicht.
Sorgen vor wegbleibenden Touristen, Sorgen vor Umweltschäden: Auf Rügen haben die Einwohner gute Gründe für ihren Protest gegen das LNG-Terminal. Dabei sind sie nicht nur von der Groß-Industrieanlage gefrustet, sondern auch von der Art, wie ihnen der Kahn vor die Nase gesetzt werden soll. Kommunikation und Transparenz von der Bundesregierung? Gab es kaum. Und die Frage, die die Menschen auf der Insel umtreibt: Brauchen wir das Terminal überhaupt, wo Experten die LNG-Pläne für überdimensioniert halten?
Um die Wogen zu glätten, waren Kanzler Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Robert Habeck am Donnerstag für Gespräche auf Rügen. Sie hätten glaubhaft erklären können, warum gerade vor Rügen ein weiteres LNG-Terminal gebraucht wird, für die Gasversorgung in Deutschland. Haben sie aber nicht. Chance vertan! Und genau das ist ein Problem, warum die Energiewende vielerorts von entnervten Bürgern und Lokalpolitikerin ausgebremst wird. Weil sie von den Entscheidungsträgern nicht ordentlich informiert werden und sich hintergangen fühlen. Wie heißt es in der Arbeitswelt so schön: Communication is key, Kommunikation ist das A und O. Die Bundesregierung sollte sich dieses Motto das nächste Mal zu Herzen nehmen. Und zwar frühzeitig. Trotz des Besuchs von Scholz und Habeck dürften die Anti-LNG-Proteste auf Rügen weitergehen.
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