Osnabrück  Wagenknecht-Fans sollten sich Putins Gräuel vor Augen führen

Michael Clasen
|
Von Michael Clasen
| 13.04.2023 17:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Brennende Häuser in Bachmut. Foto: AP
Brennende Häuser in Bachmut. Foto: AP
Artikel teilen:

Ein Video zeigt die Enthauptung eines ukrainischen Kriegsgefangenen. Auch wenn die Echtheit nicht endgültig belegt ist, sorgt das Video weltweit für Entsetzen. Belege für die Gräueltaten von Putins Truppen gibt es ohnehin genug.

Die Hinrichtungsszene auf dem Video erinnert an Verbrechen des Islamischen Staates. Ob es gefälscht ist, wie Kreml-Freunde behaupten, sei dahingestellt. Die Geschichte zeigt bitter: Im Krieg werden die schlimmsten Albträume wahr.

Es gibt auch glaubhafte Berichte, dass ukrainische Soldaten Kriegsverbrechen begangen haben sollen. Doch dabei handelt es sich um Einzelfälle – im Unterschied zu Russlands Truppen, die einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führen. Wer auf Seiten der Täter, wer auf Seiten der Opfer steht, ist eindeutig. 

Die Vernichtung ganzer Stadtteile, das Massaker von Butscha, die Entführung zahlreicher Kinder und Berichte über Vergewaltigungen von Frauen in besetzten Gebieten stellen keine Einzelfälle dar. Diese Verbrechen haben System. Ihr Ziel ist klar: Die Unterwerfung der Ukraine unter Putins Herrschaft.

Die Anhänger der Friedensbewegung von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer sollten sich vor Augen führen, aus welchen Grausamkeiten Putins Krieg besteht. Dann würden sie vielleicht nicht länger den Stopp westlicher Waffenlieferungen fordern.

Denn würden die USA, Deutschland und andere Alliierte aufhören, Kiew Panzer, Raketen und Munition zu liefern, stünde die ukrainische Armee längst vor der Kapitulation. Dann wäre der Traum von Freiheit und Demokratie der Ukrainer zerstört. Diesen Triumph darf Putin nicht erringen. Der Despot muss mit seinem Versuch scheitern, sein imperialistisches Großmachtstreben mit kriegerischen Mitteln durchzusetzen.

Es liegt auch im Sicherheitsinteresse des Westens, dafür zu sorgen, dass die Ukraine diesen Krieg nicht verliert. Erst dann wird man auch sehen können, wie mögliche Widersacher Putins im Kreml reagieren und welche Lösungen sich am Verhandlungstisch eröffnen. Aber dazu müssen erst einmal die russischen Angriffswellen gebrochen werden.

Ähnliche Artikel