Malente  Malente: Architekt Hadi Teherani plant einzigartiges Hotel in Krummsee

Bernd Schröder
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Von Bernd Schröder
| 12.04.2023 11:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das begehbare Dach gehört neben der Spiralform zu den herausragenden Merkmalen des geplanten Hotels. Diese ungewöhnliche Form stammt vom Architekten Hadi Teherani. Foto: Hadi Teherani Architects
Das begehbare Dach gehört neben der Spiralform zu den herausragenden Merkmalen des geplanten Hotels. Diese ungewöhnliche Form stammt vom Architekten Hadi Teherani. Foto: Hadi Teherani Architects
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Mit dem Bauprojekt will der Hamburger Star-Architekt auf dem idyllischen Gelände der ehemaligen LVA-Klinik Hängebargshorst eine Attraktion mit bundesweiter Strahlkraft schaffen. Was sich Teherani bei der außergewöhnlichen Formgebung gedacht hat.

Er plant normalerweise für Städte wie Abu Dhabi, Berlin, Dubai, Hamburg, Istanbul, Kopenhagen, Rom oder Teheran. Geht es nach dem Hamburger Star-Architekt Hadi Teherani, wird die Gemeinde Malente künftig einem Atemzug mit diesen Metropolen genannt. In dem zur Gemeinde gehörenden 400-Seelen-Ort Krummsee will Teherani das „The Spiral – Lakeside Resort“ bauen, das durch seine außergewöhnliche und nachhaltige Architektur bundesweite Strahlkraft entfalten soll.

Außergewöhnlich ist schon die Form. Ziel sei es gewesen, einen Gebäudekomplex mit besten Lichtverhältnissen zu entwerfen, sagte Teherani, als er seine Pläne am Dienstagabend im Malenter Planungsausschuss vorstellte. „Am Ende sind wir zu einer Spiralform gekommen.“ Entstehen soll das Bauwerk zwischen Kellersee und dem deutlich kleineren Peverlingsee – auf dem seit Mai 2006 verwaisten Gelände der ehemaligen LVA-Klinik „Hängebargshorst“.

Weitere Besonderheit: Das Dach des Hotels, das sich bis zu einer Höhe von 18,5 Metern hinaufschrauben soll, wird, auch für die Öffentlichkeit, auf einer beeindruckenden Länge von 650 Metern begehbar sein. „Von oben wird man nur Grün sehen“, erläuterte der Architekt. Das Bauwerk werde in allen Bereichen mit der Natur verschmelzen. „Es soll ein Vorzeigeprojekt werden, deutschlandweit.“ Durch den Einsatz von Photovoltaik und Wasserstoff, Holzfassaden und naturbezogene Baumaterialien will der Architekt Ressourcen schonen. Die versiegelte Fläche steige gegenüber dem aktuellen Gebäudebestand nur geringfügig, versichert er.

Die Dimensionen des Projekts dürften alles in den Schatten stellen, was Malente je gesehen hat. Die Rede ist von einem Investitionsvolumen von 180 Millionen Euro, etwa 400 Arbeitsplätze soll das Resort einmal bieten. Geplant sind rund 220 Einheiten im Hotel und in Apartments. Autos sollen in einer Tiefgarage parken.

Neben einem Restaurant im Erdgeschoss für Hotelgäste mit Blick auf den Peverlingsee sind zwei weitere öffentlich zugängliche Restaurants geplant, die beide eine Blick auf den Kellersee bieten: eines mit gehobener Gastronomie im 4. Obergeschoss sowie ein zweites auf dem Südgrundstück, in den Hügel gebaut und mit Sandterrasse. Dieses wird eingebettet in einen gewundenen Weg, der mit einer Brücke über die Rövkampallee führt und auf einem Steg am Kellersee endet. Darüber hinaus verspricht Teherani eine der besten Spa- und Wellness-Anlagen Deutschlands.

Um die Außenanlagen kümmert sich ein langjähriger Weggefährte Teheranis, der emeritierte Prof. Hinnerk Wehberg. Der Landschaftsplaner zeigte sich begeistert von dem Gelände. „Das Grundstück ist eine Verkleinerung der Holsteinischen Schweiz“, schwärmte er mit Blick auf die Parkanlage. Deren Wege seien ausgesprochen intelligent geführt, sie müsse nur wachgeküsst werden.

Zuletzt gehörte das ehemalige Klinik-Gelände dem Hamburger Deutsch-Iraner Ahmad Djabbari-Hagh, der dort aber mit seinen Planungen nicht vorankam. Im Sommer 2022 erwarb Teherani das Grundstück, vor kurzem kaufte er außerdem ein Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite der Rövkampallee, womit die Verbindung zum Kellersee gesichert ist. Beide Liegenschaften zusammen sind rund 14 Hektar groß. Derzeit sind gut 13.800 Quadratmeter versiegelt, künftig sollen es mit knapp 14.400 Quadratmetern etwas mehr sein.

„Wir wollen kein ,Weissenhaus‘ schaffen, aber auch keinen Massentourismus“, ordnete Projektmanager Alexandre Desbois-Daniel das Vorhaben in Krummsee mit Blick auf das Luxusresort am Weißenhäuser Strand ein. Nach seinen Angaben gibt es bereits mehrere Interessenten für den Betrieb des Hotels. Ehrgeizig ist der Zeitplan, der dem Projekt zugrunde liegt.

Bis zum Sommer 2024 soll die Bauleitplanung abgeschlossen sein, für 2027 ist die Eröffnung geplant. Dem Vernehmen nach ist Teherani bereits beim Land vorstellig geworden, das bei der nötige Änderung des Flächennutzungsplans das letzte Wort hat.

Einen Eindruck von der geplanten Hotelanlage vermittelte nicht nur ein Modell, dass Teherani mitgebracht hatte. Zugleich ergänzte ein animierter Film die Präsentation, der die Zuschauer auf eine Reise rund um das geplante Hotel mitnahm. „Das ist wirklich gigantisch“, fasste Ausschussvorsitzender Jürgen Redepenning (SPD) seine Eindrücke zusammen. Er hoffe, dass es möglichst schnell gelinge, einen Betreiber zu finden. Keine Frage, dass Teherani seine Planungen aus Sicht des Ausschusses unbedingt fortsetzen soll.

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