Automatensprengungen Handeln statt nur diskutieren
Für Geldautomatensprenger ist Deutschland ein Schlaraffenland, mehr als 500 Anschläge auf Automaten gab es laut Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr. Politik und Wirtschaft tun wenig dagegen, obwohl es effektive Mittel gibt.
Hoher Gewinn, kaum Risiko: So könnte man das kriminelle Geschäft der Geldautomatensprenger beschreiben. Im Schnitt erbeuteten die Räuber pro erfolgreicher Sprengung im Jahr 2021 etwa 100.000 Euro. Deutschland ist damit ein Schlaraffenland für Automatensprenger. Politik und Wirtschaft tun nur wenig gegen diese paradiesischen Zustände für organisierte Kriminalität. Regelmäßig diskutieren Bund, Länder und Finanzwirtschaft, wie sie den Banden das Handwerk legen können. Die Gangster machen derweil unverändert weiter und werden skrupelloser.
Es stellt sich die Frage, worüber die Verantwortlichen überhaupt sprechen. Denn wie Automatensprenger erfolgreich gestoppt werden können, zeigt ein Blick in die Niederlande. Bei einer Detonation verfärbt oder verklebt das Geld in Automaten. Seitdem Banken das flächendeckend eingeführt haben, spielen Geldautomatensprengungen in der Polizeistatistik quasi keine Rolle mehr. Das wäre auch in Deutschland möglich.
Für die Automatensprenger ist die deutsche Schwerfälligkeit lukrativ. Bislang ist es bei Sachschäden und leichten Verletzungen geblieben. Es ist eine Frage der Zeit, bis jemand ernsthaft verletzt wird. Statt Öffnungszeiten zu reduzieren, müssen Banken endlich die wirksame Technik flächendeckend verbauen, denn nur so lassen sich die Sprenger stoppen.