Hamburg  Liebe Banken, macht es einfach den Niederländern nach!

Marie Busse
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Von Marie Busse
| 10.04.2023 15:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bei Geldautomatensprengung erbeuteten die Diebe im Durchschnitt rund 100.000 Euro. Foto: imago images/Bernd Günther
Bei Geldautomatensprengung erbeuteten die Diebe im Durchschnitt rund 100.000 Euro. Foto: imago images/Bernd Günther
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Für Geldautomatensprenger ist Deutschland ein Schlaraffenland, mehr als 500 Anschläge auf Automaten gab es laut Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr. Politik und Wirtschaft tun wenig dagegen, obwohl es effektive Mittel gibt.

Hoher Gewinn, kaum Risiko: So könnte man das kriminelle Geschäft der Geldautomatensprenger beschreiben. Im Schnitt erbeuteten die Räuber pro erfolgreicher Sprengung im Jahr 2021 etwa 100.000 Euro. 2022 stieg die Zahl der Sprengungen nochmal sprunghaft an, die Beutesumme ist noch nicht bekannt. 

Deutschland ist damit ein Schlaraffenland für Automatensprenger, in keinem anderen europäischen Land gibt es so viele Überfälle. Politik und Wirtschaft tun nur wenig gegen diese paradiesischen Zustände für organisierte Kriminalität. An runden Tischen diskutieren Bund, Länder und Finanzwirtschaft in regelmäßigen Abständen, wie sie den Banden das Handwerk legen können. Die Gangster machen in der Zwischenzeit unverändert weiter und werden skrupelloser: Sie sprengen Automaten inzwischen vor allem mit Festsprengstoff statt Gas. Das geht schneller, ist aber auch deutlich gefährlicher. 

Es stellt sich die Frage, worüber die Verantwortlichen überhaupt sprechen. Denn wie Automatensprenger erfolgreich gestoppt werden können, zeigt ein Blick in die Niederlande. Bei einer Detonation verfärbt oder verklebt das Geld in Automaten. Seitdem Banken das flächendeckend eingeführt haben, spielen Geldautomatensprengungen in der Polizeistatistik quasi keine Rolle mehr. Das wäre auch in Deutschland möglich. 

Für die Automatensprenger ist die deutsche Schwerfälligkeit lukrativ. Bislang ist es bei Sachschäden und leichten Verletzungen geblieben. Es ist eine Frage der Zeit, bis jemand ernsthaft verletzt wird. Statt Öffnungszeiten zu reduzieren, müssen Banken endlich die wirksame Technik flächendeckend verbauen, denn nur so lassen sich die Sprenger stoppen.

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