Hamburg Immobilienmarkt: So groß ist das Preisgefälle zwischen Hamburg und dem Umland
Die eigenen vier Wände in Hamburg und in der Umgebung bleiben ein teurer Spaß. Doch es gibt erhebliche Unterschiede. Welche Häuser und Eigentumswohnungen jetzt am erschwinglichsten sind.
Man könnte man von einer halben Trendwende sprechen: Kannten die Preise für Immobilien in Hamburg und im Umland über viele Jahre nur die eine Richtung – nach oben –, geben diese nun zumindest in einigen Bereichen nach. Laut dem LBS-Immobilienmarktatlas 2023 haben sich gebrauchte Häuser und Eigentumswohnungen in Hamburg verbilligt. Im Speckgürtel stagnierten die Preise für Bestandsimmobilien.
Ganz anders das Bild bei Neubauten: Hier kletterten die Preise im gesamten Großraum Hamburg weiter, sowohl bei Häusern als auch bei Eigentumswohnungen. Allerdings weniger rasant als zuletzt.
„Boxenstopp beim Preisanstieg“, umschrieb Jens Grelle, Vorstandsvorsitzender der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg, die Lage am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen. Diese basieren auf der Auswertung von knapp 19.000 Immobilienangeboten in Hamburg und Umgebung im zweiten Halbjahr 2022. Von den darin geforderten Angebotspreisen wurden in der Studie zehn Prozent abgezogen, um sich den tatsächlich erzielten Erlösen anzunähern.
In Hamburg sanken demnach die durchschnittlichen Preise für Bestandshäuser im Jahresvergleich leicht (- 1,3 Prozent), bei Eigentumswohnungen lag der Abschlag bei 3,7 Prozent. Am teuersten waren gebrauchte Häuser im Stadtteil Harvestehude (16.000 Euro je Quadratmeter), am günstigsten in Hamm bei gut 3100 Euro.
Auch im Umland verbilligten sich gebrauchte Häuser, im Schnitt um 1 Prozent. Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen verzeichneten im Speckgürtel dagegen nochmals einen Anstieg um minimale 0,8 Prozent. Im Umland kamen die teuersten Bestandswohnungen in Ahrensburg (4300 Euro) auf den Markt, die günstigsten in Lauenburg (2400).
Von Preisstillstand kann bei Neubauten keine Rede sein. Grund sind vor allem die gestiegenen Kosten für Baustoffe und Handwerkerleistungen. So wurden für neue Häuser in Hamburg im Durchschnitt 2,1 Prozent mehr fällig als ein Jahr zuvor. Die Preisspanne betrug dabei zwischen knapp 4000 Euro je Quadratmeter in Bergedorf und knapp 10.000 Euro in Nienstedten. Neue Eigentumswohnungen legten sogar um 4,3 Prozent zu. Teuerstes Pflaster in dieser Kategorien ist die HafenCity (13.200 Euro), am günstigsten war es in Neugraben-Fischbek (4700).
Dynamischer zeigte sich die Preisentwicklung im Speckgürtel, wo neue Wohnungen im Schnitt um 8,4 Prozent teurer wurden, neue Häuser um 2,5 Prozent. Am meisten kosteten Neubauhäuser in Reinbek (6400 Euro), bei Eigentumswohnungen war Wentorf/Aumühle (6100) der Preisspitzenreiter.
Unverändert gilt: Die eigenen vier Wände sind innerhalb Hamburgs markant teurer als drumherum. Ein gebrauchtes Haus (120 Quadratmeter) in der Hansestadt kostete im Schnitt 680.000 Euro, im Umland waren es 425.000. Bestehende Eigentumswohnungen (80 Quadratmeter) sind an Elbe und Alster mit 493.000 Euro sogar annähernd doppelt so teuer wie im Speckgürtel (271.000).