Hannover  Geht Schule am Leben vorbei? Warum unsere Bildung einen Booster benötigt

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 05.04.2023 16:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine große Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge unzufrieden mit den Schulen und der Bildungspolitik in Deutschland. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Eine große Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge unzufrieden mit den Schulen und der Bildungspolitik in Deutschland. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Eine aktuelle Umfrage rechnet mit dem deutschen Schulsystem ab. Will das Land seine Zukunft nicht verspielen, gehört die Bildung ganz nach oben auf die politische Agenda.

Ob Schule, Ausbildung, Weiterbildung, Studium, Wissenschaft oder Forschung: Die Vermittlung von Wissen streift viele von uns tagtäglich in irgendeiner Form – direkt oder indirekt.

Gerade, was den Schulbereich angeht, hat auch beinahe jeder eine Meinung zum deutschen Bildungssystem. Den aktuellen und vor allem erschreckenden Tenor bringt eine aktuelle Umfrage hervor: So sind nur 13 Prozent der Befragten der Ansicht, Kinder und Jugendliche würden in Deutschland ausreichend auf das Leben nach der Schule vorbereitet. 85 Prozent finden, das ist nicht der Fall. Und mehr als die Hälfte (57 Prozent) ist der Meinung, Schulabgänger seien heute im Vergleich zu vor 30 Jahren schlechter qualifiziert.

Klar ist: Die Befragung muss alle Verantwortlichen alarmieren. Deutschlands Bildungssystem gilt zwar nach wie vor als vergleichsweise gut, befindet sich aber bereits in elementaren Krisen: Corona-Nachwehen, Lehrermangel, Defizite bei der Digitalisierung, Umwälzungen durch künstliche Intelligenz, die Integration tausender geflüchteter Kinder und nicht zuletzt der marode Zustand vieler Schulgebäude. All das zeigt, wie groß die Herausforderungen sind.

Bund und Länder haben es schlicht verschlafen, sich ausreichend um die Bildung der Zukunft zu kümmern. Mit der jetzt vorgelegten Umfrage hält die Gesellschaft der Politik den Spiegel vor. Es wird Zeit, dass unsere Schulen nicht länger stiefmütterlich behandelt werden, sondern ganz nach oben auf die politische Agenda rücken.

Bei der Bildung geht es um unsere Kinder und damit um nicht weniger als die Zukunft unseres Landes. Will Deutschland im internationalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe und im Werben um Fachkräfte den Anschluss an nicht gänzlich verpassen, braucht es einen Schub für die Bildung – mit deutlich mehr Lehrern und vor allem motiviertem Personal, das unsere Kinder und Jugendlichen dabei unterstützt, starke und schlaue Persönlichkeiten zu werden.

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