Videoandacht auf Youtube Kirchenpräsidentin aus Leer wirbt für Erhalt der Moore
„Torfmoos Fo Future“ heißt eine neue Videoandacht der reformierten Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden. Gedreht wurde der Film in Wiesmoor.
Leer - Mit einer Videoandacht unter dem Titel „Torfmoos For Future“ wirbt die evangelisch-reformierte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden für den Erhalt der Moore. Als Lebensraum und als wichtige CO2-Speicher seien sie kostbar, sagt die leitende Theologin der Evangelisch-reformierten Kirche in dem am Mittwoch in Leer veröffentlichten Film: „Moore speichern mehr Kohlendioxid als jedes andere Ökosystem der Welt.“
Insbesondere die stark gefährdeten Torfmoose seien der zartgliedrige Auswuchs einer genialen Schöpfung und ließen sie staunen, erklärt Bei der Wieden in dem Video, das im Hochmoor am Ottermeer in Wiesmoor entstanden ist. Werde Torf abgebaut, werde CO2 freigesetzt und der Klimawandel befeuert, warnt die Kirchenpräsidentin. Das Video ist im Youtube-Kanal der Evangelisch-reformierten Kirche zu sehen, hier geht es zum Film https://link.zgo.de/torf .
Was beim Abtorfen geschieht
Ausgedehnte Hochmoore waren in der norddeutschen Tiefebene einst landschaftsprägend wie in kaum einer anderen Region Europas. Das Hochmoor wird nur von Regenwasser gespeist, die Nährstoffe stammen fast ausschließlich aus der Atmosphäre. Baustoff dieser Moore sind Torfmoose, die oben wachsen und unten absterben. Der hohe Wasserstand im Moor verhindert eine Belüftung des Bodens, Pflanzenreste zersetzen sich kaum. Im sauerstofffreien Untergrund kann sich auf diese Weise über die Jahrhunderte der Torf zu gewaltigen Schichten aufhäufen. Das Moor wächst in die Höhe. Das geschieht aber extrem langsam mit einem Zuwachs von etwa einem Millimeter pro Jahr.
Die meisten Moorflächen in Deutschland wurden seit dem 18. Jahrhundert durch Land- und Torfgewinnung zerstört. Je nach Torfart (Hoch- oder Niedermoor) und Nutzung (Grünland oder Acker) werden zwischen 14 und 40 Tonnen CO2 pro Hektar jährlich freigesetzt. Allein die CO2-Freisetzung aus einem Hektar Maisacker auf Niedermoor entspricht Umweltexperten zufolge der Menge, die 35 Personenwagen im Durchschnitt pro Jahr an klimaschädlichen Gasen ausstoßen. Beschleunigt wird der Prozess der Torfzersetzung durch höhere Temperaturen.