Trend schwappt ins Rheiderland  Mehr E-Roller – Küstenflipper düsen durch Ostfriesland

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 04.04.2023 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ulrike Kempen sitzt auf einem ihrer Küstenflipper. Foto: Kierstein/Archiv
Ulrike Kempen sitzt auf einem ihrer Küstenflipper. Foto: Kierstein/Archiv
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In Leer gibt es die E-Roller namens Küstenflipper schon länger. Nun stehen sie auch in Weener. Das wird aber nicht alles sein.

Weener - Die Küstenflipper kommen ins Rheiderland. Mit dem bekannten Delfin hat das aber nichts zu tun. Es handelt sich um E-Roller, die man ausleihen kann. Sharing, zu Deutsch: Teilen, nennt man das auch. 2020 startete der Verleih in der Stadt Leer. Nun kommt mit Weener ein neuer Standort hinzu, wie Unternehmensgründerin Ulrike Kemper erklärt. Genauer gesagt stehen fünf E-Roller bei der Gastronomie Hafen 55.

Wieso Weener?

Gespräche mit einem anderen Standort zogen sich, erzählt Kemper. „Bekannte erzählten mir, dass der Bürgermeister in Weener sehr engagiert ist. So habe ich Kontakt aufgenommen und dadurch entstand auch der Kontakt zu Hafen 55“, sagt sie. „Touristisch vielversprechend“, findet die Rhauderfehnerin. Man wolle schauen, wie es sich entwickele: „Das Rheiderland bietet zwar keine Städte wie Leer, Emden oder Aurich, hat aber touristische Reize und die Landschaft lädt zu schönen Rollertouren ein.“

Wie läuft es bis jetzt?

Insgesamt 51 Roller seien derzeit unterwegs, so Kemper. In Leer werde das Angebot sehr gut angenommen, auch von Leeranern selbst. Diesen Winter sei es allerdings zu etwas mehr Vandalismus gekommen.

Für wen sind die Roller gedacht?

Genutzt werden die E-Roller nicht hauptsächlich von jungen Leuten, „sondern von Familien, aber auch von älteren Menschen“, sagt Kemper. Inzwischen haben sich Menschen im vierstelligen Bereich die App heruntergeladen und sich registriert.

Wie funktioniert das?

Nutzen kann die E-Roller jeder, der mindestens einen Roller-Führerschein hat. Kontrolliert wird das über die App. „Die kann man im App-Store runterladen“, sagt Kemper. Sie heißt Küstenflipper und ist zunächst kostenlos. Eine Mailadresse, Handynummer und Fotos vom Führerschein müssen hinterlegt werden. Wo die Roller stehen, sieht man auf einer Karte.

Die blauen Kreise sind E-Roller. Innerhalb der grünen Linien kann man sie auf öffentlichen Parkplätzen abstellen. Außerhalb nicht. Screenshot: Vogt
Die blauen Kreise sind E-Roller. Innerhalb der grünen Linien kann man sie auf öffentlichen Parkplätzen abstellen. Außerhalb nicht. Screenshot: Vogt
Wenn man das Gefährt nicht mehr braucht, muss man es nicht wieder zum Startpunkt bringen. „Aber es wäre schön, wenn immer fünf Roller in Weener stehen“, sagt sie. Ein Trip von Weener nach Leer sei ebenso wenig ein Problem, wie eine Spritztour von Leer nach Oldenburg. (Maximale Reichweite 130 Kilometer). Aber: Außerhalb der vorgesehenen Zone für das Abstellen laufe die Berechnung weiter, sagt Kemper. So stellt sie sicher, dass die E-Roller nicht einfach irgendwo hingefahren werden und sie diese von dort abholen muss. Reicht die Batterieleistung nicht – im Display des Rollers wird sie angezeigt – muss man den Rücktransport zahlen. Faustregel: mit einem Prozent Akkuladung schafft man einen Kilometer. Die E-Roller fahren rund 45 Kilometer pro Stunde und dürfen zwei Personen transportieren, zwei Helme sind dabei.

Wer bekommt als nächstes Flipper?

„25 sollen noch nach Emden“, sagt Kemper. Sie habe zwischen Emden und Aurich geschwankt, „aber gerade aus Emden kamen viele Anfragen, ob ich die Roller nicht auch dort anbieten könnte und so folge ich jetzt erstmal den Kundenwünschen.“

Gibt es weitere Anbieter?

Unter anderem gibt es ähnliche E-Roller-Angebote der Stadtwerke in Norden. Große Anbieter wie Tier und Lime haben ein Angebot in Leer 2022 nicht konkret ausgeschlossen, allerdings hat sich seither auch nicht viel getan. Derzeit düsen also die Küstenflipper durch die Ledastadt – und bald wohl auch durch Weener.

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