Kolumne „Für die Ehre“ Die Gefahr schlechter Scherze
Sonnabends geht es in unserer Kolumne immer um das Ehrenamt. Heute beschäftigt sich unser Kolumnist mit bösen Scherzen auf Kosten der Feuerwehr – nicht nur zum 1. April.
Es gibt Tage im Ehrenamt, die fühlen sich an wie der 1. April. Man fühlt sich demotiviert durch schlechte Scherze oder dadurch, dass Menschen einen nicht ernst nehmen. Auch wenn es Ehrenamt ist, gibt es viel Arbeit, die man neben der freudebereitenden Tätigkeit erledigen muss, um die eigentliche Tätigkeit vollziehen zu können.
Die unangenehmen Aktionen lassen gerne viele Menschen weg. Das ist so im Berufsleben oder auch in anderen Organisationen und Vereinen. Gerne werden die angenehmen Dinge mitgenommen und man brüstet sich mit den positiven Ergebnissen. Die Macher fühlen sich auf den Arm genommen.
Wenn ein Notruf abgesetzt wird, in dem ein drastisches Feuer gemeldet wird, und die Feuerwehr ausrückt und keine Notlage vorfindet, fühlt diese sich missbraucht. Einen 1. April regelmäßig im ganzen Jahr zu erleben, möchte wohl keiner, und das würde auch wohl jede Motivation nehmen. Im Berufsleben wirft man einfach hin oder lässt sein Engagement liegen. Im Ehrenamt versuchen die Macher und Unterstützer, das Rad noch so lange am Laufen zu halten, wie es nur irgendwie geht, denn es ist eine Herzensangelegenheit – und ein Herz lässt man nicht einfach ohne den Versuch des Weiterschlagens liegen. Erst wenn gar nichts mehr geht, alles ausgeschöpft ist, lässt man die Seele fliegen.
Wie gefährlich so ein 1. April sein kann, wird erst im Nachhinein deutlich. Wenige einfache Worte reichen manchmal schon, um einen Scherz zu einem schlechten Scherz zu machen und für ein Ende zu sorgen. Für die, die sich als Scherzende darstellen, kann es dann schwer werden, sich zu entschuldigen oder sogar eine Richtigstellung herbeizuführen, um Schaden zu begrenzen. Manchmal ist es diesen Menschen dann auch egal. Um hier entgegenwirken zu können, sind Sprüche wie „Alles nicht so eng sehen“ keine Option, mit der gearbeitet werden kann. Eine klare Begrenzung übler Scherze ist erforderlich. Im Job, wie auch im Ehrenamt.
Kontakt: kolumne@zgo.de
Alles gut machen können wir nicht
Ohne Worte – funktioniert es nicht
Bei der Feuerwehr gibt es keine Unterschiede
Nur im Mittelpunkt stehen