Hamburg Vor Charles-Besuch: „Letzte Generation“ besprüht Hamburger Rathaus mit Farbe
Einen Tag vor dem Besuch von König Charles im Hamburger Rathaus haben Klimaaktivisten das historische Gebäude mit Farbe besprüht. Sie wollen damit laut eigener Aussage an das Ultimatum von Anfang März erinnern.
Erneute Protestaktion der „Letzten Generation“: Am Donnerstag, 30. März, haben Aktivsten um 9.00 Uhr das Hamburger Rathaus mit Farbe besprüht. Einen Tag vor dem Besuch des britischen Königs Charles III. und seiner Frau Camilla verteilten sie die in Feuerlöscher gefüllte Farbe am Hauptportal am Rathausmarkt. Das Königspaar will sich, begleitet von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender, am Freitag um 13.30 Uhr im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt eintragen.
Die zwei Aktivisten wurden von der Polizei noch vor Ort festgenommen. Das Rathaus soll jetzt verstärkt bewacht werden. Der Staatsschutz ermittelt.
Mit der Aktion wollte die Gruppe nach eigenen Aussagen „Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) auf unignorierbare Weise an den an ihn adressierten Brief erinnert.“ Anfang März hatten die Klimaaktivisten Hamburgs Erstem Bürgermeister in einem Brief ein Ultimatum gesetzt und mit Störaktionen gedroht. Die Politik war auf die Forderungen nicht eingegangen. Zuletzt hatte die Rot-Grün-Regierung das zunächst vorgesehene Gespräch mit der „Letzten Generation“ im Rathaus ausgesetzt.
Die „Letzte Generation“ fordert, dass Tschentscher sich bei der Bundesregierung für die Einrichtung eines Gesellschaftsrats starkmacht. In diesem sollen nach Ansicht der Aktivisten Bürger aus ganz Deutschland einen Plan erarbeiten, wie die Bundesrepublik bis 2030 aus der Nutzung fossiler Rohstoffe aussteigen kann.
Für das Rathaus geht es jetzt vor allem darum, die Farbe vor dem royalen Besuch am Freitag wieder zu entfernen. Bereits kurz nach der Tat rücke daher ein Putzteam auf dem Rathausmarkt an. Am Abend war bereits die eine Hälfte des Portals wieder sauber. Ein Mitarbeiter der Reinigungsfirma sagte unserer Redaktion: „Das bekommen wir heute noch sauber.“
Im Rathaus findet heute die Veranstaltung „Jugend debattiert“ statt. Als die Aktivisten draußen die Farbaktion starteten, befanden daher sich im Rathaus mehrere junge Leute – die zumindest zum Teil von der Aktion mitbekommen haben.
In den vergangenen Tagen hatten Aktivisten der Letzten Generation immer wieder Straßen blockiert und sich mit schnellbindendem Beton auf der Fahrbahn festgeklebt. Das größte Verkehrschaos hatten sie dabei am vergangenen Samstag angerichtet, als sie die Elbbrücken stadteinwärts blockierten. Da zu dem Zeitpunkt der Elbtunnel wegen Bauarbeiten gesperrt war, gab es keine Möglichkeit mehr, Hamburg über eine Schnellstraße von Süden aus zu erreichen. Es entstanden kilometerlange Staus, die sich erst nach Stunden auflösten.