Trauer um Politiker Horst Milde ist gestorben
Der langjährige Bürgermeister von Leer und ehemalige Landtagspräsident Horst Milde ist tot. Er starb kurz vor seinem 90. Geburtstag.
Leer/Oldenburg - Der ehemalige Bürgermeister von Leer und Präsident des Niedersächsischen Landtags Horst Milde ist gestorben. Das gab am Mittwoch die Stadt Oldenburg bekannt. Milde starb Medienberichten zufolge an den Folgen einer Verletzung, die er sich bei der Gartenarbeit zugezogen hatte. Er wurde 89 Jahre alt.
Milde lebte zuletzt mit seiner Frau Brigitte in Oldenburg. Nachdem er 1933 in Breslau geboren wurde, kam er mit seiner Familie 1945 nach Holtland. Bereits früh machte er Karriere. „Ich war mit 33 Jahren der jüngste Stadtamtmann in Niedersachsen. Das musste das Innenministerium sogar genehmigen, denn eigentlich lag die Altersgrenze bei 35 Jahren“, erzählte er vor einigen Jahren im Interview mit dieser Zeitung. Außerdem war er Kreistagsabgeordneter. 1968 wurde Milde Bürgermeister von Leer, allerdings nicht hauptamtlich.
Sein Wirken auf die Stadt in seiner Amtszeit war maßgeblich. Milde initiierte den Bau des Flugplatzes in Nüttermoor und schob den Straßenausbau an. Aber, es gab auch Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit. Dem wollte das SPD-Mitglied entgegentreten und setzte sich für die Bürger in der neu entstehenden Moormerlandsiedlung ein. So habe er damals für Bauwillige ohne Eigenkapital erreicht, dass ihre Eigenleistungen von der Bank anerkannt wurden. „Nur so konnten die ein Haus bauen und finanzieren“, erinnerte sich Milde damals.
Auf nach Hannover
1973 verließ Milde dann Leer. Zuvor hatte er noch den Kinderschutzbund in Leer mit gegründet. Als Landtagsabgeordneter war er parallel zu seinem Bürgermeisteramt, schon viel in Hannover gewesen, doch das Präsidentenamt des Niedersächsischen Verwaltungsbezirks Oldenburg lockte den Holtlander aus Ostfriesland heraus. „Ich konnte auf diesem Posten viel für Leer erreichen“, sagte Milde.
Später wurde er noch Oberbürgermeister von Oldenburg und Präsident des niedersächsischen Landtags. Horst Milde war unter anderem stellvertretender Vorsitzender des SPD-Bezirks Weser-Ems und Mitglied des SPD-Landesvorstandes Niedersachsen, Vorsitzender des Landesverbandes der Volkshochschulen in Niedersachsen, Vorsitzender des Kuratoriums der FHS Oldenburg–Ostfriesland-Wilhemshaven. Milde hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem bereits 1973 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Zeit seines Lebens war er stolz auf seine schlesischen Wurzeln. Regelmäßig sprach er über die Themen Flucht und Vertreibung und hielt Vorträge zu diesem Thema. Die Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit dem Thema trieb ihn bis ins hohe Alter um. Er wurde dafür unter anderem 2013 als Verdienter Bürger der Stadt Breslau, seiner Geburtsstadt, mit der Medaille „Merito de Wratislavia“ ausgezeichnet. Milde hinterlässt seine Frau, zwei Kinder sowie vier Enkelkinder.
Politiker aus der Region lobten Mildes Engagement. „Mit Horst Milde haben Oldenburg und die Region eine herausragende Persönlichkeit verloren, die Außerordentliches für die Stadt und die Politik geleistet hat“, sagte Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD). Der Leeraner Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) ergänzte: „Er war eine herausragende Persönlichkeit und hat die Entwicklung der Stadt Leer in seiner Amtszeit als Bürgermeister mit sehr viel Herzblut und Engagement für die Bürgerinnen und Bürger geprägt.“