Hamburg  Wo Sie am Freitag in Hamburg einen Blick auf Charles und Camilla werfen können

Guido Behsen
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Von Guido Behsen
| 29.03.2023 14:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
König Charles III. und Gemahlin Camilla bei der Ankunft am Mittwoch in Berlin. Foto: Britta Pedersen
König Charles III. und Gemahlin Camilla bei der Ankunft am Mittwoch in Berlin. Foto: Britta Pedersen
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Strammes Programm zwischen Dammtor-Bahnhof und Hafen: Am Freitag werden der britische König Charles III. und seine Gemahlin Camilla in Hamburg unterwegs sein. Die Möglichkeiten, dem Königspaar nah zu kommen, sind begrenzt.

„Nach dem Brexit und dem Tod der Queen im vergangenen Jahr, der größte Betroffenheit und Anteilnahme in Hamburg ausgelöst hat, ist der Besuch des Königs auch ein starkes politisches Zeichen der Verbundenheit von Deutschland und Großbritannien in schwierigen Zeiten.“ So staatstragend klingt Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher, wenn es um den anstehenden Besuch von König Charles III. am Freitag in Hamburg geht.

Für die Hamburger dürfte dagegen die Frage im Vordergrund stehen, wie und wo sie Charles, Königin-Gemahlin Camilla und ihren Gastgebern, neben Peter Tschentscher und dessen Ehefrau Eva-Maria auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und „First Lady“ Elke Büdenbender, möglichst nah kommen können. Zumindest eine gute Gelegenheit dafür gibt es - wenn man bereit ist zu warten.

Fans der Royals hätten am Freitag um etwa 13 Uhr die Gelegenheit, die Ankunft des britischen Königs und seiner Gemahlin auf dem Rathausmarkt zu erleben und ihnen einen „herzlichen Empfang“ zu bereiten, so der Erste Bürgermeister. Schließlich gelte die Hansestadt als „most British city auf dem Kontinent“. Was natürlich ebenso gilt: Frühes Kommen sichert die besten Plätze.

Apropos kommen: Der König und seine Gemahlin, der Bundespräsident und dessen Ehefrau werden mit dem regulären ICE aus Berlin anreisen, wo der Staatsbesuch bereits am heutigen Mittwoch begonnen hat. Nach einem Termin am Berliner Hauptbahnhof mit dem Vorstandsvorsitzenden Deutsche Bahn AG, Dr. Richard Lutz, gegen 10.25 Uhr und der Abfahrt kurz darauf, wird um 12.30 Uhr die pünktliche Ankunft am Bahnhof Hamburg Dammtor erwartet. Dort nehmen Peter und Eva-Maria Tschentscher die Ehrengäste in Empfang.

Was folgt, ist der ebenso ernste wie bedeutsame und geschichtsträchtige Teil des Staatsbesuches. An zwei Stellen wird an ein dunkles Kapitel deutsch-britischer Geschichte erinnert. Wenn Charles und Camilla am Kindertransportdenkmal direkt vor dem Bahnhof Blumen niederlegen, geschieht das zum Gedenken an die Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges: Bis August 1939 waren mehr als zehntausend überwiegend jüdische Kinder per Zug und Schiff nach England gebracht worden. Die Bronze-Skulpur „Kindertransport – der letzte Abschied“ erinnert an diese Rettungsaktion.

Symbolträchtig wird es gegen 12.50 Uhr. Die Kranzniederlegung durch den englischen König und den Bundespräsidenten am Mahnmal St. Nikolai ist ein feierlicher Akt, um der Opfer der Bombardierungen durch die britische Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg zu gedenken. Bei der „Operation Gomorrha“ 1943 kamen mehr als 30.000 Menschen ums Leben, die Kirche St. Nikolai wurde dabei weitgehend zerstört. Heute ist sie Hamburgs zentrale Gedenkstätte für die Opfer des NS-Regimes.

Eine Geste wie die Kranzniederlegung durch den britischen König hat es in den 80 Jahren seit dem „Feuersturm“ noch nicht gegeben. Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), wird zu diesem Anlass die „Versöhnungslitanei von Coventry“ sprechen.

Mit der Ankunft am Hamburger Rathausmarkt wird es gegen 13.15 Uhr volksnah, dann aber wieder offiziell. Im Rathaus wird König Charles auf dem sogenannten Spiegel in Empfang genommen. So heißt im protokollarischen Sprachgebrauch der obere Treppenabsatz der mit rotem Teppich ausgelegten Senatstreppe. Eine besondere Ehre wird Hamburg zuteil, wenn sich Charles bei seinem ersten Deutschlandbesuch als König in das Goldene Buch der Stadt einträgt.

Auch ein König kann sich nicht teilen, darum gehen Charles und Camilla nach der Station im Rathaus zwischenzeitlich getrennter Wege. Für Carles III. steht um 14 Uhr ein Besuch der Schiffsanlegestelle Dockland mit anschließender Hafenrundfahrt an. Dabei geht es aber nicht nur um die einzigartige Atmosphäre an und auf der Elbe. Mit an Bord sind Hamburger Unternehmer, die sich mit dem König unter anderem über die maritime Wirtschaft im Allgemeinen sowei die Förderung der erneuerbaren Energien und der Wasserstofftechnologie im Speziellen austauschen werden. Hintergrund: Rund 1000 Hamburger Firmen haben geschäftliche Verbindungen mit Großbritannien.

Königin-Gemahlin Camilla und „First Lady“ Elke Büdenbender werden indes um 14.10 Uhr in der Rudolf-Roß-Grundschule in der Neustadt erwartet. Dort wird auf Englisch und Deutsch unterrichtet. Den Ausklang des Hamburg-Besuchs begeht das Königspaar dann wieder gemeinsam. Ein abendlicher Empfang auf Einladung der britischen Botschaft im „Schuppen 52“ auf dem Kleinen Grasbrook, bei dem unter anderem die Hamburger Band „Silver Spoons“ Songs der Beatles spielen werden, rundet das Programm ab.

Charles und Camilla werden Hamburg noch am Freitagabend mit dem Flugzeug wieder verlassen. Genaue Uhrzeiten werden aus Sicherheitsgründen nicht genannt.

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