Bischof Bode tritt zurück Der Applaus der Kollegen dürfte sich in Grenzen halten
Paukenschlag am Samstagmittag! Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode trat mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück.
Aus kirchenpolitischer Sicht muss man sagen: Das war die beste Entscheidung, die Bode zum Ende seiner Amtszeit hätte treffen können. Die tiefe Krise der Kirche ist mehr als die Summe aus Missbrauchstaten, Vertuschung und mangelndem Mitgefühl mit den Opfern. Die katholische Kirche und damit jedes Bistum wird autoritär geführt. Am Ende hängt vieles von der Spitze – dem Bischof – ab. Bode begründet seinen Rücktritt nun explizit damit, dass er seiner Verantwortung in bestimmten Punkten nicht gerecht geworden sei. Nun wirft er alles in die Waagschale und nutzt seine Macht ein letztes Mal, indem er sie abgibt. Das ist mutig. Der Applaus seiner Kollegen in der Bischofskonferenz dürfte sich in Grenzen halten.
Bode startete 1995 als jüngster katholischer Bischof in Deutschland und sorgte bundesweit für Aufsehen, als er sich in einem Gottesdienst angesichts des Missbrauchsskandals als symbolischen Akt der Buße vor den Altar des Doms auf den Boden legte. Nun ist trotz allem auch sein letzter Schritt im Amt ein moderner. Wenn Bode erkannt hat, dass er nicht mehr der beste für den Posten des Bischofs in Osnabrück ist, ist seine letzte Amtshandlung die eines Erneuerers. Mit dieser und anderen Entscheidungen hat Franz-Josef Bode im starren Korsett der katholischen Kirche und gegen viele Widerstände Verdienste erworben, die in Erinnerung bleiben werden. Der Reformer wird fehlen.