Arbeitskampf  Erneut Warnstreik im öffentlichen Dienst in Ostfriesland

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 21.03.2023 18:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In der vergangenen Woche schlängelte sich ein Protestzug auch durch Leer. Foto: Archiv/Ortgies
In der vergangenen Woche schlängelte sich ein Protestzug auch durch Leer. Foto: Archiv/Ortgies
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Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde macht Verdi im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes weiter Druck. Auch in Ostfriesland kommt es zu Beeinträchtigungen.

Ostfriesland - In Emden werden die gelben Tonnen und Säcke nicht abgeholt, in Leer ist das Bürgerbüro nur mit einem Notdienst besetzt. Und auch andernorts in Ostfriesland wird der in der vergangenen Woche angekündigte Warnstreik der Beschäftigten im öffentlichen Dienst am Mittwoch, 22. März, zu spüren sein, sind doch erneut die meisten Bereiche des öffentlichen Dienstes – inklusive der Verwaltungen, Kindertagesstätten und Kliniken – zum Warnstreik aufgerufen.

Wie die Stadtverwaltung in Emden mitteilt, bleiben am Streiktag das Entsorgungszentrum in der Eichstraße und die Annahmestelle für Grünschnitt, Laub und Küchenabfälle in Larrelt, geschlossen. Mit Einschränkungen müsse zudem bei Müllabfuhr und Straßenreinigung gerechnet werden. Zwar versuche der Bau- und Entsorgungsbetrieb, die Restmüllabfuhr und die Sperrgutabfuhr planmäßig stattfinden zu lassen. Jedoch fielen die Abfuhr der gelben Tonnen und Säcke sowie die Papierabfuhr ersatzlos aus. Über weitere Auswirkungen und bestreikte Bereiche der Stadtverwaltung lagen keine Erkenntnisse vor.

Seit Wochen gehen Beschäftigte auf die Straße

Die Stadt Leer wies in einer Mitteilung darauf hin, dass das Bürgerbüro am Streiktag nur mit einem Notdienst besetzt sei. Das Rathaus sollte nur in dringenden Fällen, die keinen Aufschub duldeten, aufgesucht werden. Zudem bat sie, telefonische Anfragen, wenn möglich, auf einen anderen Tag zu verschieben. Bereits vereinbarte Termine könnten wahrgenommen werden.

Seit Wochen beeinträchtigen Warnstreiks in wechselnden Bundesländern vor allem kommunale Dienstleistungen. In Bayern erreichten sie am Dienstag ihren vorläufigen Höhepunkt. Verdi sprach dort von mehr als 10.000 Teilnehmern. Betroffen war die gesamte Bandbreite des öffentlichen Dienstes von Kindertagesstätten, Arbeitsagenturen und Kliniken bis hin zur Müllabfuhr.

Verhandelt wird wieder ab dem 27. März

Der Deutschen Presse-Agentur sagte Verdi-Chef Frank Werneke am Rande einer Kundgebung in Köln, dass „es eine Streikbeteiligung im öffentlichen Dienst gibt wie seit Jahrzehnten nicht mehr und dass es eine hohe Erwartungshaltung gibt, zu einem Ergebnis zu kommen, was auch tatsächlich Akzeptanz findet bei den Beschäftigten“.

Verdi will für die bundesweit 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen 10,5 Prozent mehr Lohn durchsetzen, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber bieten schrittweise fünf Prozent mehr bei zweijähriger Laufzeit sowie 2500 Euro Einmalzahlung. Die nächste Verhandlungsrunde ist vom 27. bis zum 29. März vorgesehen.

Mit Material von dpa

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