Hamburg  Mehr Geld macht Menschen glücklicher – mit Ausnahmen

Jule Rumpker
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Von Jule Rumpker
| 21.03.2023 15:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Laut einer neuen Studie macht Menschen mehr Geld auch glücklicher. Foto: imago images/Cavan Images
Laut einer neuen Studie macht Menschen mehr Geld auch glücklicher. Foto: imago images/Cavan Images
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Mehr Geld macht auch nicht glücklicher? Doch, haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden – und korrigieren damit zum Teil eigene Forschungsergebnisse. Es gibt allerdings Ausnahmen.

Lässt sich Glück mit Geld kaufen? Bei ihren Forschungen zum Zusammenhang zwischen dem Einkommen und emotionalem Wohlbefinden kamen zwei US-amerikanische Forscher zuvor zu gegenteiligen Ergebnissen.

Die Nobelpreisträger Daniel Kahneman und Sir Angus Deaton fanden in ihrer 2010 veröffentlichten Studie heraus, dass das emotionale Wohlbefinden mit dem Einkommen steigt – allerdings nicht grenzenlos. Bei einem jährlichen Einkommen von 90.000 Dollar (rund 84.000 Euro) oder mehr, steigert sich das Glücksempfinden der Studie zufolge nicht weiter.

Doch der Wissenschaftler Matthew Killingsworth von der University of Pennsylvania kam in seiner Studie 2021 zu einem ganz anderen Ergebnis. Er befragte rund 33.000 Probanden in den USA über mehrere Wochen. Dreimal täglich beantworteten sie die Frage „Wie fühlen Sie sich gerade?“ auf ihren Smartphones.

Dazu konnten sie sich auf einer Skala zwischen „sehr gut“ und „sehr schlecht“ einordnen. Das Ergebnis: Killingsworth entdeckte einen linearen Zusammenhang zwischen dem Glücksempfinden und dem Einkommen – auch, wenn dies auf weit über 200.000 Dollar (rund 186.000 Euro) anstieg.

Um diesem scheinbaren Widerspruch auf den Grund zu gehen, haben sich Kahneman und Killingsworth zusammengeschlossen – und ihre Ergebnisse im März in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht. Gemeinsam analysierten sie ihre jeweiligen Forschungsergebnisse neu und konnten zwei Hypothesen bestätigen.

1. Es gibt eine „unglückliche Minderheit“ (15 bis 20 Prozent), dessen Glücksempfinden mit steigendem Einkommen bis zu einer Schwelle steigt – dann aber keinen Fortschritt mehr zeigt. Als Schwelle machten die Wissenschaftler ein Einkommen von 100.000 Dollar (rund 93.000 Euro) fest. „Diese Einkommensschwelle könnte den Punkt repräsentieren, an dem der Kummer durch hohes Einkommen nicht mehr gelindert werden kann“, heißt es in dem Artikel. Beispiele seien Herzschmerz, Trauer und Depressionen.

2. Bei der „glücklichen Mehrheit“ steigt das Glücksempfinden mit dem Einkommen immer weiter. „In einfachen Worten suggeriert dies, dass bei den meisten Menschen höheres Einkommen mit steigendem Glücksempfinden verbunden ist“, wird Killingsworth in einer Mitteilung zitiert. Eine Ausnahme besteht für diejenigen, die wohlhabend, aber unglücklich sind. „Wenn man reich, aber unglücklich ist, hilft Geld nicht.“ Für alle anderen gelte: Mehr Geld macht auch glücklicher.

Der Zusammenhang zwischen Glücksempfinden wird viel diskutiert – sowohl in der Gesellschaft als auch unter Sozialwissenschaftlern. Laut der Forscher sei diese Beziehung zwar statistisch stabil, dennoch eher schwach. Killingsworth sagt, dass Geld nur einer der vielen Glücksfaktoren sei. „Geld ist nicht das Geheimnis des Glücks, aber es kann wahrscheinlich ein bisschen helfen.“

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