Xi zu Besuch bei Putin China wittert seine Chance
Beim Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping wähnt sich Wladimir Putin auf Augenhöhe. Doch das ist eine Illusion – auch wenn Peking und Moskau im Hass auf den demokratischen Westen vereint sind.
Bei ihrem jüngsten Treffen in Moskau versichern sich Xi Jinping und Wladimir Putin einmal mehr ihrer gemeinsamen Weltsicht. Als Brüder im Geiste verbindet den chinesischen Staatschef und seinen russischen Amtskollegen vor allem dreierlei: Bürgerrechte sind ihnen egal, Demokratie ist ihnen ein Graus und vom Westen fühlen sie sich ausgebremst in ihrem Streben nach imperialer Macht.
China ist tief verflochten in der Weltwirtschaft und wird kaum den Zugang zu den globalen Märkten riskieren, um Russland militärisch den Rücken zu stärken. Insofern handelt Peking gemeinhin rationaler und vorausschauender, als es Moskau tut. Das ist aber nur scheinbar beruhigend. Klar ist auch: Peking verfolgt seine Interessen auf der Weltbühne mit Nachdruck und nutzt dazu auch die Zweckallianz mit Russland als Hebel. Dass sich Putin dabei mit China auf Augenhöhe wähnt, dürfte sich für ihn früher oder später als Illusion erweisen; ökonomisch kann es Russland nicht mit der Volksrepublik aufnehmen. Das Gravitationszentrum der russisch-chinesischen Partnerschaft ist und bleibt Peking.
Für all jene, die die regelbasierte internationale Ordnung nicht nur erhalten, sondern stärken wollen, bleibt der Aufstieg Chinas mit Russland als einer Art Juniorpartner zur günstigen Rohstoffbeschaffung eine epochale Herausforderung.
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