Russland und China Diese Allianz ist brandgefährlich
Russlands Präsident Wladimir Putin gibt sich auf der Krim und in Mariupol siegesgewiss. Muss das den Westen beunruhigen? Der Besuch von Chinas Präsident Xi Jinping in Moskau jedenfalls schon.
Vielleicht ist es nur ein Zufall, dass sich Wladimir Putin auf der Krim und in Mariupol feiern ließ, kurz nachdem der Internationale Strafgerichtshof gegen ihn einen Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen erlassen hatte. Der Kreml-Chef will Zuversicht ausstrahlen, um die Serie von Niederlagen und die hohen Verluste vergessen zu machen. Leider hat Moskau nicht nur Misserfolge zu verbuchen: Knapp 20 Prozent der Ukraine sind besetzt. In Bachmut und anderen Front-Bereichen drohen Durchbrüche. Ferner scheint die Bevölkerung weiter zu Putin zu stehen – trotz aller Sanktionen.
Die entscheidende Frage in diesem Abnutzungskrieg lautet daher: Wem gehen als erstes die Soldaten und das Material aus, Moskau oder Kiew? Bei der Zahl der Rekruten dürfte Moskau angesichts der größeren Bevölkerung im Vorteil sein. In puncto Waffen können die Ukrainer auf moderne westliche Systeme hoffen.
Russland hat beim Nachschub Probleme, aber das könnte sich ändern. Oder was hat Chinas Präsident Xi Jinping im Gepäck, wenn er nach Moskau reist? Bislang hielt sich Peking bei Waffenlieferungen zurück. Xi dürfte die Chance nutzen, um Chinas Macht auszubauen. Dafür muss der Autokrat nur zusehen, dass sich der Westen im Ukraine-Krieg wirtschaftlich und militärisch aufreibt. Zugleich braucht Putin Xi, wenn er den Krieg noch gewinnen will. Kurz: Diese Allianz ist brandgefährlich.