Neues Geschäft am Fehn  Automatenkiosk bietet rund 400 Artikel rund um die Uhr an

| | 16.03.2023 19:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Schild zeigt es: Das Geschäft hat immer offen. Foto: Hellmers
Das Schild zeigt es: Das Geschäft hat immer offen. Foto: Hellmers
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Das hat der neue Automatenkiosk in Rhauderfehn im Angebot. Inhaber Tobias Ganske berichtet von Idee und Herausforderungen sowie weiteren Planungen.

Westrhauderfehn - Sein neues Geschäft möchte Tobias Ganske am liebsten gar nicht mehr schließen – sprichwörtlich. Denn es handelt sich um einen 24-Stunden-Kiosk mit Verkaufsautomaten. Der hat seit vergangenen Dienstag am Untenende in Westrhauderfehn geöffnet. Wenn es gut läuft, sollen die sieben Automaten mit jeweils 60 Artikeln nur der Anfang sein.

Tobias Ganske führt es vor: Mit Karten können Waren am Automaten bezahlt werden. Foto: Hellmers
Tobias Ganske führt es vor: Mit Karten können Waren am Automaten bezahlt werden. Foto: Hellmers

Auf die Idee gekommen, sei er eher durch Zufall, erzählt der 35-Jährige, der unter anderem Geschäftsführer der Firma Zaunonkel ist. Er handelt in seinem Unternehmen Dampf-Lover mit E-Zigaretten und dafür gebe es ein Werbeverbot. Um auf seine E-Zigaretten aufmerksam zu machen, habe er einen Automaten aufstellen wollen – und daraus sei die Idee entstanden, gleich ein ganzes Geschäft mit den Geräten zu betreiben.

Automaten bieten auch nachts Ware

Automaten liegen im Trend: Im vergangenen Jahr hat beispielsweise der Landwirt Dirk Engel in Rhaude zwei Automaten mit Produkten aus der Landwirtschaft, Grillzubehör und Getränken aufgestellt. Am Untenende bieten die Floristen auch über Nacht Blumen und Sträuße an.

Und zumindest in den ersten Stunden sei sein neues Kiosk gut angekommen, sagt Ganske. Er habe spontan, als die Renovierung abgeschlossen war, am Dienstag die Tür offen gelassen. Bis Mitternacht seien rund 30 Käufe getätigt worden. Der Renner in den ersten Stunden sei Trockenfleisch gewesen. Noch stehe das endgültige Angebot aber nicht fest. Er wolle abwarten, was von der Kundschaft gefragt wird und was nicht. Zudem seien zwei weitere Automaten bereits bestellt. Das biete Platz für weitere Artikel.

Was ist im Angebot?

Preisschilder hängen nicht aus. Nach dem Eintippen der Warennummer wird ein Preis angezeigt. Der Energie-Drink Red Bull kostet beispielsweise 2,40 Euro oder ein Snickers-Schokoriegel 1 Euro. Der günstigste Artikel laut Ganske sind Chuba-Chub-Kaugummis für 80 Cent. Aber auch Kondome, Whisky und Babynahrung gibt es dort zu kaufen. Bezahlt werden kann mit Karte – oder klassisch wie beim Kaugummi-Automaten aus den 1980er Jahren mit Bargeld. Wenn Waren ausverkauft seien, würde er eine Nachricht auf sein Handy bekommen. Außerdem würde er mehrmals täglich kommen, um das Geld aus den Automaten zu holen.

Die größte Herausforderung bislang: die sieben Automaten in das Geschäft zu bekommen. „Die passten nicht durch die Tür“, sagt der 35-Jährige. Daher hätten sie die Türrahmen schleifen lassen – denn jeder Millimeter habe gezählt. Und dann die Geräte auseinandergebaut, um sie innendrin wieder aufzubauen.

Noch ein Greifer für Kinder?

Wenn sein Kiosk gut angenommen wird, möchte er erweitern. Ein Popcorn-Automat oder ein Greifer für Kinder wären toll, sagt Ganske. Und vielleicht ein weiteres Geschäft dieser Art eröffnen. Bis Ganske den Kiosk eröffnet hat, standen die Räume fast genau ein Jahr lang leer. Im März 2021 hat die Druckertankstelle von Zadel am Westrhauderfehntjer Untenende geschlossen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg, als dieses Foto entstand, hatte Rudolf Lohmann sein Geschäft an der Untenender Seite des Gebäudes, während Hinrich Klock aus seinem Lebensmittelladen (rechts) auf die Straße Am Bahnhof schauen konnte.
Vor dem Zweiten Weltkrieg, als dieses Foto entstand, hatte Rudolf Lohmann sein Geschäft an der Untenender Seite des Gebäudes, während Hinrich Klock aus seinem Lebensmittelladen (rechts) auf die Straße Am Bahnhof schauen konnte.

In direkter Nachbarschaft hat seit Mitte Dezember ebenfalls ein neues Geschäft eröffnet. Diljer Youssef verkauft im „Abu Ali Market“ südländische Spezialitäten und bietet zudem ein Kiosksortiment. In dem Gebäudeteil war zuvor Jahre lang der AZ-Laden. Das Gebäude selbst hat eine lange Geschäftstradition. Hinrich Klock und später sein Sohn Bernhard haben dort 1988 ein Lebensmittelgeschäft betrieben. Direkt an der Straße Untenende war vor dem AZ-Laden ein Geschäft des Versandhausriesen Quelle. Geführt wurde es von Karl-Heinz Marks bis 2009.

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