Die AfD im Landtag Die AfD nicht ernst nehmen? Das wäre ein großer Fehler!
Die AfD sitzt mit 18 Abgeordneten im niedersächsischen Landtag. Sternstunden hatte die Partei dort noch nicht. Sie zu ignorieren, wäre aber fatal.
In der vorherigen Legislatur hat sich die AfD-Fraktion nach internen Querelen und Streitigkeiten selbst zerlegt. In der jetzigen Konstellation mit immerhin 18 Abgeordneten hält der Kitt. Noch jedenfalls. Bislang gelingt es dem Fraktionsvorsitzenden Stefan Marzischewski, seinem eigenen Anspruch gerecht zu werden und den Laden zumindest nach außen hin zusammenzuhalten. Auch wenn die Rechtspopulisten im Landtag bislang kein Ideenfeuerwerk abbrennen und wenig überzeugend auftreten, so stören sie den parlamentarischen Ablauf zumindest größtenteils auch nicht weiter. Sollte es Marzischewski tatsächlich gelingen, die Fraktion so zu einen, dass sie die Legislatur übersteht, wäre dies für die Politiker von Rechtsaußen schon ein Erfolg.
Dabei sollte keiner den Fehler machen, die AfD als unqualifiziert und vernagelt abzutun. Jurist, Müllwerker, Unternehmer, Beamter, Sozialpädagogin, Altenpfleger, Krankenschwester, Landwirt, Lehrer, Ernährungsberaterin, Kaufmann und gleich zwei Mediziner: Die Fraktion bildet einen Querschnitt der Gesellschaft ab. Keine Frage: Die AfD provoziert mit rechten Sprüchen und nervt mit teils flachen Redebeiträgen. Diese Partei aber nicht ernst zu nehmen und zu ignorieren, wäre leichtsinnig. Vielmehr muss es die Aufgabe der anderen Parteien sein, die AfD zu stellen und dazu beizutragen, dass die Wähler zurück in die demokratische Mitte gelangen.