Osnabrück  49-Euro-Ticket: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 12.03.2023 12:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das neue Deutschlandticket sollte eigentlich so einfach werden wie das 9-Euro-Ticket. Doch schon vor den finalen Beschlüssen ist klar: Das wird es nicht. Foto: imago images/aal.photo
Das neue Deutschlandticket sollte eigentlich so einfach werden wie das 9-Euro-Ticket. Doch schon vor den finalen Beschlüssen ist klar: Das wird es nicht. Foto: imago images/aal.photo
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Im Wirrwarr der Ticketpreise finden sich Passagiere nur schwer zurecht. Auch deswegen steigen Menschen nicht auf Bus und Bahn um. Das 9-Euro-Ticket hatte dieses Chaos überwunden, doch Lehren zieht man daraus offensichtlich keine.

Es hätte so einfach sein können: Ein Ticket, ein Preis, für alle Verkehrsverbünde. Dass das funktionieren kann, hat das 9-Euro-Ticket im vergangenen Sommer gezeigt: Drei Monate lang hat es die kränkelnde Organisationsform des deutschen Nahverkehrs vorübergehend überwunden, wenngleich es auch falsche Erwartungen weckte, welcher Preis für den ÖPNV realistisch ist.

Doch nicht nur wegen des konkurrenzlos günstigen Preises war das 9-Euro-Ticket ein Erfolg. Sein größtes Verdienst war, eine breite Schneise in den Tarifdschungel geschlagen zu haben. Es dürfte wohl kaum jemand geben, der nicht schon einmal am Tarifwirrwarr der unzähligen Verkehrsverbünde verzweifelt ist, an den komplizierten Abo-Modellen und Tarifsystemen, eingeteilt in Waben, Ringe, Zonen, Kurz- und Normalstrecken und was nicht noch alles. Nicht nur hohe Preise, unflexible Fahrtzeiten oder fehlende Verlässlichkeit, sondern auch diese Unübersichtlichkeit schreckt Menschen davon ab, Bus oder Bahn zu nehmen.

Beim Nachfolger, dem 49-Euro-Ticket, bleibt vom Ansatz des einst erfolgreichen Flatrate-Tickets immer weniger übrig. Lehren wurden hier offensichtlich kaum gezogen, stattdessen zeichnet sich schon jetzt ein Flickenteppich sondergleichen mit unzähligen Zusatzangeboten und kostenpflichtigen Extras ab: Nicht für jeden wird das 49-Euro-Ticket auch tatsächlich 49 Euro kosten, in manchen Bundesländern gibt es Rabatte, anderswo andere Mitnahmeregelungen oder regionale Upgrades. Chaos und eine lange Recherche nach dem richtigen Fahrausweis sind da programmiert – zumal das neue Deutschlandticket das bestehende Ticket-Angebot ergänzen wird. Sprich: Das Sammelsurium vergrößert sich.

Ehre dem, der dieses Wirrwarr durchdringt. Doch selbst dann bleibt am Ende – nicht zuletzt für Menschen, die bereits ein Ticket-Abo haben – immer noch die Frage: Lohnt sich das Deutschlandticket überhaupt?

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