Berlin  Armutsbericht korrigiert – Armut offenbar größer als angenommen

Anneke Rieterken
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Von Anneke Rieterken
| 10.03.2023 14:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Unter anderem an der höheren Nachfrage bei den Tafeln zeigt sich der Anstieg der Armut. Foto: dpa/Patrick Pleul
Unter anderem an der höheren Nachfrage bei den Tafeln zeigt sich der Anstieg der Armut. Foto: dpa/Patrick Pleul
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Seit der Pandemie ist die Anzahl der Menschen, die als arm gelten, stark angestiegen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband korrigierte nun seinen Armutsbericht aus dem Sommer 2022 – demnach sind 300.000 Menschen mehr betroffen als bisher angenommen.

Mit der Korrektur des Paritätischen Armutsberichts aus dem vergangenen Sommer, erreicht die Armut in Deutschland mit einer Armutsquote von 16,9 Prozent einen „traurigen neuen Höchststand“. So heißt es vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Demnach leben 14,1 Millionen Menschen – und damit rund 300.000 mehr, als noch im Sommer 2022 angenommen – unterhalb der Armutsgrenze.

In der überarbeiteten Fassung bezieht sich der Paritätische auf neue Armutsquoten des Statistischen Bundesamtes, die zum Teil gravierend von den bisher veröffentlichen Zahlen abweichen.

Die Befunde seien erschütternd, da sich die Armut noch nie so rasant ausgebreitet habe, wie während der Pandemie, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

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Mit den neu veröffentlichen Zahlen beträgt beispielsweise die Kinderarmut nicht, wie zuerst berechnet, 20,8 sondern 21,3 Prozent. Auch unter den Alleinerziehenden seien die Zahlen durch die Korrektur angestiegen: Demnach leben nicht 41,6 sondern 42,3 Prozent der Alleinerziehenden unterhalb der Armutsgrenze.

Folgende Grafik zeigt, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung in den ersten beiden Jahren der Pandemie (2020 und 2021) 62,9 Prozent des erwirtschafteten Wohlstands erhalten hat.

Da der Paritätische Wohlfahrtsverband mit einer weiteren Verschärfung der Lage rechnet, appelliert er an die Bundesregierung, umgehend ein weiteres Entlastungspaket auf den Weg zu bringen.

Die Forderungen lauten:

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