Osnabrück  Galeria-Aus: Teure Sterbehilfe des Staates

Katharina Ritzer
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Von Katharina Ritzer
| 08.03.2023 12:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Was tun mit den großen Immobilien der Warenhauskette Galeria Kaufhof Karstadt, die leer stehen? In der Osnabrücker Innenstadt etwa baut ein Investor das markante Gebäude um, die Universität wird als ein Ankermieter einziehen. Foto: André Havergo
Was tun mit den großen Immobilien der Warenhauskette Galeria Kaufhof Karstadt, die leer stehen? In der Osnabrücker Innenstadt etwa baut ein Investor das markante Gebäude um, die Universität wird als ein Ankermieter einziehen. Foto: André Havergo
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Satte 680 Millionen Staatshilfen hat die Warenhauskette Galeria bereits bekommen, um das Aus zu verhindern. Genutzt hat es nichts, weitere Hilfen wären rausgeschmissenes Geld.

Das Warenhaus war einst das glitzernde Versprechen, alles für alle Kunden anzubieten. Und das sogar mit Rolltreppe! Allein für dieses Erlebnis ist die Bevölkerung vom Lande früher zu Hertie oder Horten, später zu Karstadt und Kaufhof in die Stadt gefahren. Aber die Zeit der Warenhäuser ist endgültig vorbei – genau wie die große Zeit der Kataloge etwa von Quelle, an der kein Weg vorbei führte, oder von Neckermann, der’s möglich machte. Aus und vorbei wie Röhrenfernseher und Kassettenrekorder.

Anders als bei den Katalogen bleiben bei Galeria aber die Gebäude übrig, die meisten in bester Filet-Lage in den Innenstädten. Und verzweifelte Oberbürgermeister, die um ihre City bangen und die deshalb beim Bund in den vergangenen zwei Jahren sagenhafte 680 Millionen Euro Staatshilfen losgeeist haben. Mit der bitteren Folge, dass Galeria als Fass ohne Boden schon Ende vergangenen Jahres erneut um 238 Millionen Euro gebettelt hat. Eine teure Sterbehilfe des Staates also.

Der österreichische Galeria-Eigentümer und Milliardär René Benko dürfte dabei nie ernsthaft erwogen haben, die Häuser langfristig zu betreiben. Er ist reich geworden mit Immobilien, er will auch mit Galeria nur Kasse machen. Und nach dem Verkauf der Gebäude an einen Investor oder gleich die Stadt selbst? Muss der neue Eigentümer eine Verwendung finden, wobei es bisher ehrlicherweise selten bessere Ideen als den Abriss gibt. Die 680 Millionen Euro vom Staat hätte man sicher sinnvoller ausgeben können.

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