Facit in Leer So viel teurer wird die Fahrradstation am Leeraner Bahnhof
Die Fahrradstation am Leeraner Bahnhof wird das größte Projekt von Facit. Nun ist klar, wie teuer sie wird.
Leer - Dass die Fahrradstation am Leeraner Bahnhof teurer werden wird, als ursprünglich mal geplant, war bereits klar. Die Politik hatte die Stadt aufgefordert, eine neue Kostenschätzung beim Planungsbüro zu erfragen
Was und warum
Darum geht es: Die Fahrradstation, die am Leeraner Bahnhof entstehen wird, wird teurer.
Vor allem interessant für: Alle, die sich für das Projekt Facit interessieren
Deshalb berichten wir: Die Stadt gab die aktuelle Kostenschätzung bekannt. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Die bis dahin vorliegende Schätzung stammt nämlich aus dem Juli des vergangenen Jahres. Bisher rechnet die Stadt pauschal mit einer Kostensteigerung von 20 Prozent und geht von Gesamtkosten von 3,3 Millionen Euro aus. Ursprünglich war man von mehr als einer Million Euro weniger ausgegangen.
Neue Kostenschätzung
„Die Kostenschätzung hat sich um etwa 200.000 Euro brutto erhöht“, erklärt Alexandra Abraham von der Stadt Leer. Das bedeutet, so teuer, wie noch im vergangenen Jahr gedacht, wird die Station gar nicht. Nach aktuellem Stand geht die Stadt davon aus, dass die Fahrradstation knapp über drei Millionen Euro kosten wird. Das wären 300.000 Euro weniger, als im vergangenen Jahr eingeplant.
Die Fahrradstation gehört zum Projekt FaCit, das der Stadt 3,2 Millionen Euro Fördergeld bringt. Etwa 1,4 Millionen Euro davon entfallen auf die Fahrradstation. Diese Summe bleibt bestehen. Zwar hatte die Stadt am Anfang noch mit weniger Eigenanteil geplant, als sich nun herausstellt, doch die aktuelle Schätzung bringt wieder etwas Luft, da es eben doch nicht so teuer wird. Dass der Bau teurer wird, als in der ursprünglichen Planung, liege an Preissteigerungen und Kosten für die Umplanung.
Nun geht es um die Genehmigung
Die Stadt wolle „zügig“ mit dem Bau der Fahrradstation am Bahnhof beginnen, kündigte Patrick Pastille vom Gebäudemanagement der Stadtverwaltung den Mitgliedern des Ausschusses für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr vor Kurzem an. Eigentlich hätte das schon passiert sein sollen, aber zuletzt gab es Unstimmigkeiten mit der Bahn.
Anders als in Gesprächen vereinbart, habe die Bahn am 25. August plötzlich verboten, dass auf einem vereinigten Grundstück gebaut wird. Von der Bahn heißt es auf Anfrage, die Bedenken seien der Stadt im Rahmen einer Gesamtstellungnahme am 19. Juli mitgeteilt worden. Entlang der Bahnstrecke verlaufe auf den Oberleitungsmasten eine Speiseleitung, eine Stromleitung, die Triebfahrzeuge mit Strom beliefert. Zu dieser sei im Falle eines einstöckigen Neubaus zwingend ein Sicherheitsabstand von fünf oder dreieinhalb Metern zur Hinterkante der Mastfundamente einzuhalten, da ansonsten Lebensgefahr bestehe. „Diese Abstände sind auch im Kaufvertrag zwischen DB und Stadt Leer benannt und in der Vermessung berücksichtigt worden“, so ein Bahnsprecher. Außerdem müsse davon ausgegangen werden, dass im Grenzbereich betriebsnotwendige Kabel, Leitungen oder Verrohrungen verlaufen.
Pläne angepasst
Deshalb mussten die Pläne geringfügig angepasst werden. Die größte Änderung ist, dass die geplante Fahrrad-Waschanlage ausgelagert wurde und nun zwischen Fahrradstation und Bahnhofsgebäude angesiedelt wird. Die Zahl der Fahrräder, die untergebracht werden können – rund 400 – sei unverändert geblieben, betonte Pastille. Auch alle anderen Service-Angebote, darunter auch die öffentliche Toilette, würden umgesetzt. Zusätzlich werde ein barrierefreier Zugang zu Gleis 1 angelegt. Nun steht das Baugenehmigungsverfahren an. Hier wird die Bahn wieder eingebunden.
An dem Projekt Facit hatten sich von Anfang an die Geister geschieden. Der fahrradfreundliche Umbau des Innenstadtrings, auf dem unter anderem breite Radfahrstreifen angelegt wurden und werden, war vor allem beim Handel auf große Kritik gestoßen. Dessen Vertreter hatten ein Verkehrs-Chaos befürchtet, das die Kunden aus dem Zentrum vertreiben könnte. Das hatte sich so nicht bestätigt.