Protest in Ostfriesland  Fridays for Future ist zurück in Leer

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 02.03.2023 10:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Leer gab es in der Vergangenheit öfter Proteste von Fridays for Future. Foto: Archiv
In Leer gab es in der Vergangenheit öfter Proteste von Fridays for Future. Foto: Archiv
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Nach Jahren der Stille ist Fridays for Future nun zurück in Leer. Erstmal jedoch nur mit einer Aktion.

Leer - Wenn man in den vergangenen Monaten etwas von der Leeraner Fridays for Future Gruppe gehört hat, hatte das wenig mit Leer zu tun. Meist wurde über Instagram zur Teilnahme an Protesten in Oldenburg oder Papenburg aufgerufen.

Nun scheinen wieder aber wieder aktiv zu werden. Für diesen Freitag rufen die Aktivisten wieder zu einer Demonstration auf. Diesmal allerdings tatsächlich in Leer.

Nachwuchssuche

Im April vergangenen Jahres sagte Mischa Lauterbach von der Leeraner Gruppe: „Es gibt uns noch, aber wir haben im Moment Probleme, Nachwuchs für unsere Gruppe zu finden. Während der Pandemie in den vergangenen zwei Jahren sind kaum neue Leute zu uns gestoßen.“ Das scheint überwunden.

Am Freitag rufen die Aktivisten zum insgesamt achten Mal zum Protest auf. Die Aktion wird um 14 Uhr auf dem Denkmalplatz in Leer starten und als laute und bunte Laufdemonstration über den Innenstadtring, die Ubbo-Emmius-Straße, die Hajo-Unken-Straße, den Harderwykensteg und die Mühlenstraße zurück zum Denkmalplatz ziehen. Dort wird es eine Endkundgebung und Redebeiträge geben. „Recht viele der Alten aber auch einige Neue haben das organisiert. Aber als diese Gruppe wird es wohl das letzte Mal sein, dass wir zusammenkommen. Viele wohnen nicht mehr hier und kommen extra noch einmal zurück“, so Lauterbach. Es sei aber wichtig, dass man in Leer aktiv bleibe. Deshalb solle die Aktion auch genutzt werden, neue Leute finden, die den Klimaaktivismus weiter tragen. „Wir hoffen, dass einige auf uns zukommen und werden auch aktiv ansprechen“, sagt er.

Sitz im Stadtrat

Ziemlich genau vier Jahre sind vergangen, seit sich die Leeraner Ortsgruppe von Fridays for Future gegründet und die erste große Protestaktion veranstaltet hat. „Da haben wir gemerkt, dass gerade durch Aktionen auch immer Zulauf kam“, sagt er. Seit Längerem ist es um die Klimagruppe eher ruhig gewesen. Viele der Mitglieder des Organisationsteams hatten sich nach der Schulzeit zerstreut, die Coronapandemie machte die Etablierung einer „nächsten Generation“ von Organisatoren schwierig. „Gerade jetzt ist es aber wichtig, dass wir auch in Leer wieder aktiv werden. Es gibt kaum noch coronabedingte Einschränkungen und es ist an der Zeit, zu zeigen, dass die Klimabewegung noch da ist“, sagt er.

Dabei hat die Gruppe politische Möglichkeiten. So hat die Gruppe beispielsweise einen beratenden Sitz im Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr. Dass dieser in der Vergangenheit nicht so stark genutzt wurde, wie möglich, gibt Lauterbach zu: „Wir haben uns nicht so stark eingebracht, wie wir das hätten tun können. Aber wir haben den Sitz ja weiterhin und wir wollen uns in dieser Wahlperiode deutlich aktiver zeigen. Es gibt aus unserer Sicht in Leer noch vieles, was besser laufen könnte.“

Es scheint also so, als würde der Leeraner Gruppe neues Leben eingehaucht. Nun bleibt allerdings abzuwarten, wie es nach der Teilnahme am globalen Klimastreik weitergehen wird.

Video
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