Kultur in Rhauderfehn Jetzt sind Pläne und Fotos gut und sicher untergebracht
Um im Jubiläumsjahr altes Kartenmaterial über den Schiffbau lagern zu können, bekam das Fehn- und Schifffahrtsmuseum neue Schränke - und einen dicken Scheck von der Volksbank Westrhauderfehn.
Rhauderfehn - Fleißig gewerkelt wird zurzeit im Fehn- und Schifffahrtsmuseum in Rhauderfehn. Schon während der Corona-Zeit war mit Umbau- und Erneuerungsmaßnahmen begonnen worden. Unter anderem musste die 40 Jahre alte Küche einem neuen Exemplar weichen. Auch in der Teestube und in den Fluren erfolgten Verschönerungsarbeiten. Doch längst noch nicht ist alles fertig. Die Zeit drängt, da man am Sonntag, 19. März, mit der ersten Veranstaltung in die neue Museumssaison und zugleich das Jubiläumsjahr „75 Jahre Heimatverein“ starten will. Auch die Dauerausstellung „Geschichte der Fehnkultur, des Schiffbaus und der Schifffahrt“ erfuhr eine Neustrukturierung und Auffrischung. Um etwa die zahlreichen Seekarten, großformatigen Fotos und Zeichnungen, Segelrisse oder Bauzeichnungen aus dem Schiffbau besser und nachhaltiger lagern zu können, hat das Museum drei sogenannte Planschränke angeschafft.
Spezieller Fall für Umzugsfirma
Sie sind allesamt im ersten Stock untergebracht worden. „Allein ein Planschrank wiegt 60 Kilogramm. Zwei Exemplare sind mit sieben Schubläden ausgestattet, der dritte Schrank weist sogar zehn Schubladen auf. In einer Schublade können bis zu 20 Karten untergebracht werden, die in einer säurefesten Folie eingeschlagen sind“, sagt Marcus Neumann, Leiter des Fehn- und Schifffahrtsmuseum in Rhauderfehn. Da eine Anlieferung aufgrund des Gewichts und der Ausmaße der Planschränke nicht auf direktem Wege an den jetzigen Bestimmungsort durch die engen Flure möglich war, entschied sich eine auf diese Fälle spezialisierte Umzugsfirma für eine andere Variante.
Über den Balkon ins Gebäude
„Die Schränke wurden mit Hilfe eines Außenaufzuges über den Balkon meines Büros ins Gebäude gebracht“, verriet Neumann. Jetzt haben zum Beispiel die Karten aus dem Zeitraum von 1860 bis ins Jahr 1960 einen angemessenen Platz gefunden. Zudem konnte wieder Platz für andere Ausstellungsstücke geschaffen werden.
Bank spendet 7000 Euro
Den Kaufpreis für alle Planschränke zusammen beziffert Marcus Neumann auf 8500 Euro. Die Volksbank Westrhauderfehn hat sich dafür entschieden, diese Maßnahme mit einer Spende in Höhe von 7000 Euro zu finanzieren. „Das Geld stammt von der überregionalen VR-Stiftung und der Volksbank selbst“, erklärte Uwe Brechtezende, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Westrhauderfehn, bei der Scheckübergabe. „Wir sollten dankbar sein, dass es in einem Ort wie Rhauderfehn noch ein Museum gibt. Mit dieser außergewöhnlichen Summe wollen wir unsere Wertschätzung für die geleistete Arbeit der Menschen hier im Museum zeigen. Für uns stand somit eine Unterstützung außer Frage, zumal die Anschaffung auch einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Wir leben schließlich in dieser Region“, so Brechtezende weiter.
„Das ist nicht selbstverständlich“
„Ich bin begeistert. Wir sind sehr, sehr dankbar über diese spezielle Spende der Volksbank. Das ist nicht selbstverständlich“, betonte Marcus Neumann. Er erhofft sich von der Neuanschaffung einen nachhaltigen Effekt. Mit der Flachlagerung der Objekte hat man zumindest dem wissenschaftlichen Auftrag Rechnung getragen.
Den restlichen Betrag nach Auskunft des Museumsleiters der Heimatverein, der Träger des Fehn- und Schifffahrtsmuseums ist, übernommen.