Aus für Verbrenner  Verbohrte Vorschriften

Tobias Schmidt
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Ein Kommentar von Tobias Schmidt
| 28.02.2023 18:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wie lange noch? Ein Auto mit Verbrennungsmotor steht am Ende einer Produktionslinie. Foto: Schmidt/dpa
Wie lange noch? Ein Auto mit Verbrennungsmotor steht am Ende einer Produktionslinie. Foto: Schmidt/dpa
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Keine Frage: Autos müssen irgendwann ohne CO2-Emissionen fahren. Trotzdem ist es richtig, dass sich Verkehrsminister Volker Wissing gegen ein generelles Aus für Verbrenner stemmt.

Nach den Brüsseler Plänen, denen kürzlich das EU-Parlament zustimmte, sollen ab 2035 keine neuen Autos mit Verbrenner-Motor mehr verkauft werden dürfen. FDP-Mann Wissing will erreichen, dass das Verbot nicht für Pkw gilt, die nur mit sogenannten E-Fuels betankt werden können, also klimaneutralen Kraftstoffen.

Und das ist richtig. Der Weg geht zu Null-Emissionen. Aber Autobauern und Autofahrern vorschreiben zu wollen, wie genau sie das Ziel erreichen, ist verbohrt und kontraproduktiv. Auch wenn mit Ökostrom erzeugter Sprit absehbar knapp und sehr teuer sein wird und batteriebetriebene Stromer effizienter sind, sollte sich die Politik vor solch einer unnötigen Verbots-Politik hüten, die den Markt fesselt. Hinzu kommt: Wer auf 100 Prozent Elektromobilität setzt, erhöht die Abhängigkeit von China, von wo viele Rohstoffe kommen.

Für die Autobauer wäre das Aus fürs Verbrenner-Aus ein wichtiger Zeitgewinn, dann könnten sie noch etwas länger mit ihren Diesel und Benzinern Geld verdienen. Denn der Plan, den Markt der Elektromobilität im Sturm zu erobern, hinkt hinterher, weil Tesla und die chinesische Konkurrenz einen zu großen Vorsprung haben. Illusionen, einen Massenmarkt für Verbrenner dauerhaft zu retten, sollten sich VW, BMW & Co. indes nicht machen: Stoppen lässt sich die Verkehrswende nicht.

Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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