Berlin  Checkliste: So kann gesunder Schlaf das Leben verlängern

Laurenz Constantin Blume
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Von Laurenz Constantin Blume
| 27.02.2023 18:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein gesunder Schlaf soll laut einer Studie auch zu einem längeren Leben verhelfen. Foto: imago images/Westend61
Ein gesunder Schlaf soll laut einer Studie auch zu einem längeren Leben verhelfen. Foto: imago images/Westend61
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Dass ein gesunder Schlaf für das eigene Wohlbefinden wichtig ist, ist gemeinhin bekannt. Er kann aber sogar für ein längeres Leben sorgen. Laut einer aktuellen Studie sind dafür vor allem fünf Faktoren wichtig.

Reichen fünf Stunden oder braucht man doch sieben, acht oder noch mehr Stunden Schlaf? Wie lange ein gesunder Schlaf dauern sollte - darüber wird viel diskutiert. Neben der Dauer sind aber weitere Faktoren wichtig. Stimmen Quantität und Qualität, kann gesunder Schlaf zu einem längeren Leben beitragen.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle US-amerikanische Studie. Die Forscher machen fünf Faktoren für einen gesunden Schlaf aus, die das Sterberisiko verringern können:

„Ich denke, diese Ergebnisse legen nahe, dass alleine genug Stunden an Schlaf zu bekommen nicht ausreicht. Man benötigt wirklich erholsamen Schlaf und darf kaum Probleme damit haben, einzuschlafen und durchzuschlafen“, sagt Frank Qian, Arzt für Innere Medizin und Co-Autor der Studie.

Insgesamt analysierten die Forscher für ihre Studie die Daten von mehr als 172.000 Frauen und Männern zwischen 2013 und 2018. Die Teilnehmer füllten in diesem Zeitraum Fragebögen zu den einzelnen Schlafqualitätskriterien aus und bewerteten die Faktoren jeweils mit den Zahlen Null oder Eins. Fünf Punkte insgesamt kennzeichneten die höchste Schlafqualität. Die Daten verglichen die Forscher schließlich mit denen des nationalen Todesindex, um den Zusammenhang zwischen den Schlaffaktoren und der Sterblichkeit zu untersuchen.

„Wenn die Menschen alle diese idealen Schlafgewohnheiten haben, leben sie tendenziell länger“, sagt Qian. Verbessere man die Schlafqualität insgesamt, wobei das Ausmachen von Schlafstörungen besonders wichtig sei, „könnten wir einen Teil dieser vorzeitigen Todesfälle verhindern“, so der Mediziner.

Insgesamt hatten die Menschen, auf welche alle fünf Schlaffaktoren zutrafen, laut der Studie im Vergleich zu Menschen, auf die keiner oder nur einer der Schlaffaktoren zutraf, ein 30 Prozent geringeres Sterberisiko. Patienten mit Herzkreislauferkrankungen hatten ein 21 Prozent geringeres Sterberisiko im Vergleich - Krebspatienten ein 19 Prozent geringeres. Das Sterberisiko aufgrund von anderen Ursachen war im Vergleich sogar rund 40 Prozent geringer.

Aufgrund der Studienergebnisse schätzen die Forscher, dass etwa acht Prozent aller Todesfälle auf schlechte Schlafgewohnheiten zurückzuführen sein könnten.

Männer, die alle fünf Kriterien für guten Schlaf erfüllten, hatten im Durchschnitt eine 4,7 Jahre und Frauen eine 2,4 Jahre längere Lebenserwartung im Vergleich zu denen, die keines oder nur eines der Kriterien erfüllten. Warum dieser Wert bei Männern so viel höher als bei Frauen war, ist noch nicht erforscht. Außerdem ist bei den Ergebnissen zu beachten, dass die Schlafgewohnheiten von den Probanden eigenständig dokumentiert wurden und nicht objektiv erhoben oder kontrolliert wurden. Auch über die Art von Schlafmitteln und Medikamenten sowie die Dauer der Einnahme gab es keine näheren Informationen.

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