Bremen  Werder Bremen hat sich in eine knifflige Situation gebracht

Hans-Jürgen Gundelach
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Von Hans-Jürgen Gundelach
| 24.02.2023 14:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In den letzten zwei Spielen wie die gesamte Bremer Mannschaft mit Ladehemmung: Stürmer Marvin Ducksch. Foto: imago images/MIS
In den letzten zwei Spielen wie die gesamte Bremer Mannschaft mit Ladehemmung: Stürmer Marvin Ducksch. Foto: imago images/MIS
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Der ehemalige Fußball-Profi Hans-Jürgen Gundelach analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Fußball-Bundesliga und die Spiele des SV Werder Bremen. Der Torhüter kam in 194 Erst- und Zweitligaspielen für Eintracht Frankfurt, den FC Homburg und den SV Werder zum Einsatz. In Bremen, wo er später Trainer im Nachwuchsleistungszentrum wurde, beendete er 1997 seine aktive Laufbahn. Er hat sich in Hude selbstständig gemacht und ist Coach des FC Hude.

Liebe Leserinnen und Leser,

der Füllkrug wird‘s schon richten. So ähnlich lassen sich die letzten Auftritte des SV Werder Bremen zusammenfassen. Und das haben Spieler wie Niklas Schmidt und Coach Ole Werner ja selbst auch schon gut zusammengefasst. Nur: Er allein schafft es dann irgendwie doch nicht immer, siehe die Spiele gegen Dortmund und in Frankfurt. Und das ist, leider und immer noch, ein kleines Problem, das Bremen ausrechenbar macht. Nimmst du den momentan erfolgreichsten deutschen Stürmer aus dem Spiel, nimmst du auch die gesamte Mannschaft in gewisser Weise aus dem Spiel. Vor allem, wenn jemand wie Marvin Ducksch dann auch noch schwächelt.

In dem Heimspiel gegen den VfL Bochum wäre es wünschenswert, wenn Füllkrugs Sturmkollege da vorne mal wieder zurück in die Spur findet – das gefällt mir momentan nicht, was der da abliefert. Etwas erschreckend fand ich allerdings auch den gesamten Auftritt in Frankfurt. Klar, es ist nicht einfach in dem Hexenkessel dort, aber die Eintracht hat Bremen jetzt auch nicht gerade an die Wand gespielt. Werder agierte zu zurückhaltend, zu fehlerbehaftet, einfach ernüchternd. Da muss auch aus dem Mittelfeld mehr kommen, aber das ist ja die alte Leier.

Für die Grün-Weißen ist es sehr wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass sie noch lange nicht safe sind. Ein, zwei weitere Niederlagen, und dann kommt das Abstiegsgespenst plötzlich wieder um die Ecke gesaust. Ich erinnere nur ungern an die Saison, an der es am Ende runter in Liga zwei ging – da wähnte man sich auch schon an Land. Mit den nächsten beiden Aussagen füllt sich zwar das Phrasenschwein, aber Werder muss um jeden Punkt kämpfen und lapidar gesagt, ist das gegen den VfL am Samstag ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel.

Von außen erwartet jeder, dass du dieses Spiel zu Hause nach Hause schaukelst. Ehrlich gesagt erwarte ich das auch. Ich würde sogar fast behaupten, dass ein Tor für Bremen im heimischen Weserstadion gegen diesen Gegner normalerweise immer fällt. Nur wenn du, wie in der jüngeren Vergangenheit zwei, drei haarsträubende Fehler machst, nützt dir das nicht viel. Neben einem stabilen Defensivauftritt bin ich da wieder bei Ducksch: Pressing und Anlaufverhalten müssen stimmen. Das haben er und die gesamte Mannschaft schon besser gemacht in dieser Saison.

Bochum hat unter dem neuen Trainer Thomas Letsch auch gelernt, zu verteidigen. Im Ruhrpott zwar besser als auswärts, aber eine formverbesserte Mannschaft auf einem aufsteigenden Ast, die die Bochumer nun mal sind, musst du erst mal schlagen. Eine dritte Nullrunde aus Bremer Sicht, und es würde langsam wieder brenzlig am Osterdeich. Vor allem, weil dein Kopf dann immer stärker anfängt zu rattern. Das gesamte Konstrukt würde wieder ins Wanken geraten. Das muss Werder tunlichst vermeiden.

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