„Manifest für Frieden“  Lasst Wagenknecht und Schwarze doch demonstrieren!

Rena Lehmann
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Ein Kommentar von Rena Lehmann
| 24.02.2023 17:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Seltene Eintracht: Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht rufen zum „Aufstand für Frieden“ auf. Foto: Vennenbernd/DPA
Seltene Eintracht: Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht rufen zum „Aufstand für Frieden“ auf. Foto: Vennenbernd/DPA
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An diesem Samstag laden Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer zum „Aufstand für Frieden“ nach Berlin. Wer hingeht, sollte etwas bedenken.

Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer wähnen die Mehrheit der Deutschen hinter sich. Und in der Tat: Eine Umfrage aus dieser Woche zeigte, dass ein Jahr nach Kriegsbeginn 69 Prozent der Meinung sind, der Krieg sollte durch Verhandlungen beendet werden. Wer wünschte sich das nicht? Die Frage aber ist, was daraus folgt. Und da sollte man sich schon genauer ansehen, was Schwarzer und Wagenknecht formulieren.

Sie nennen ihre Kundgebung einen „Aufstand für Frieden“. Aber wenn man den Text ihres Manifests studiert, fragt man sich, wem ihr Aufstand gilt? Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin offensichtlich nicht. Der Aufstand richtet sich in erster Linie gegen eine „Eskalation der Waffenlieferungen“, also gegen die Unterstützung der Ukraine durch den Westen.

Ein Jahr nach Kriegsbeginn könnten auch Schwarzer und Wagenknecht zur Kenntnis genommen haben, dass es Russland ist, das eskaliert. Zu Ende gedacht bedeutet ihr sogenanntes Manifest für Frieden, dass man Putin den Durchmarsch gestattet und die Unterwerfung der Ukraine in Kauf nimmt. Was wäre das für ein Frieden? Ansonsten gilt auch für diese Kundgebung, dass es in der freien Demokratie jedem zusteht, seine Meinung kundzutun. Man kann anderer Auffassung sein, aber sollte niemandem das Recht auf die seine absprechen. Persönliche Attacken auf Wagenknecht und Schwarzer sind völlig fehl am Platz.

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