Beitrag zum Klimaschutz  Nicht nur Kommunen investieren in Photovoltaikanlagen

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 26.02.2023 12:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Stadt Weener ist Vorreiter in Sachen Photovoltaik. Bereits seit dem Jahr 2012 ist die Anlage der Hafen und Tourimus GmbH, eine Tochter-GmbH der Stadt, auf der Landsburghalle in Betrieb. Foto: Gettkowski
Die Stadt Weener ist Vorreiter in Sachen Photovoltaik. Bereits seit dem Jahr 2012 ist die Anlage der Hafen und Tourimus GmbH, eine Tochter-GmbH der Stadt, auf der Landsburghalle in Betrieb. Foto: Gettkowski
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Bunde, Weener und Jemgum wollen kräftig in den Klimaschutz investieren. Doch nicht nur die drei Kommunen wollen mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude Energiekosten senken.

Rheiderland - Die anhaltende Klimaerwärmung, aber auch die aktuelle Energiekrise mit stark gestiegenen Energiekosten sind für den Wasserversorgungsverband (WVV) Rheiderland Anlass für eine neue Investition. Der Verband will künftig einen Teil der benötigten Energie mithilfe einer Photovoltaikanlage selbst erzeugen.

Was und warum

Darum geht es: Auf zahlreichen öffentlichen Gebäuden im Rheiderland werden Photovoltaikanlagen geplant.

Vor allem interessant für: alle, die sich dafür interessieren, was Kommunen für den Klimaschutz tun

Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie weit die Planungen in den Rheiderland-Kommunen fortgeschritten sind.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

„Wir wollen den Ausbau erneuerbarer Energiequellen unterstützen und damit einen Teil zum Klimaschutz beitragen“, sagt Verbandsgeschäftsführer Jan Schulte auf Nachfrage dieser Zeitung. Der Verband will aber auch Energiekosten sparen. Denn für die Herstellung und Verteilung von Trinkwasser wird sehr viel Energie benötigt. Laut Schulte liegt der Jahresverbrauch des WVV an Strom bei zwei Millionen Kilowattstunden.

Überschuss geht ins Netz

Der Verband hat bereits geprüft, ob die Dachflächen geeignet sind. „Die vorhandenen Flächen, die für die Installation einer Solaranlage geeignet sind, belaufen sich auf 1300 Quadratmeter“, so Schulte. Die Dachflächen sollen soweit wie möglich für die Stromerzeugung aus Solarenergie verwendet werden. „Die erzeugte Energie soll direkt vom Verband genutzt werden.“ Die überschüssige Energie soll in abnahmeschwachen Zahlen in das Stromnetz eingespeist und verkauft werden. Wie teuer das Vorhaben wird und wann eine solche Anlage installiert werden könnte, sei derzeit noch offen. „Wir stehen noch am Anfang der Planung, würden das Vorhaben aber gerne im Laufe des Jahres realisieren.“ Im Rheiderland sind aber noch weitere PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden geplant.

Weener zählt zu den Vorreitern im Bereich erneuerbare Energien. Die Hafen und Tourismus GmbH betreibt schon seit mehr als zehn Jahren eine Photovoltaik-Anlage auf der Landsburghalle mit einer Kapazität von rund 200 Kilowatt peak. „Wir arbeiten derzeit intern an dem Thema und aktualisieren die Liste der potentiellen Dachflächen“, teilte Bürgermeister Heiko Abbas auf Nachfrage mit. Eine konkrete Projektierung oder Beauftragung für entsprechende Vorhaben gebe es aktuell noch nicht.

1320 Module sind auf der Landsburghalle in Weener verbaut. Die weiteren Rheiderland-Kommunen wollen jetzt auch auf öffentlichen Gebäuden Solaranlagen installieren. Foto: Gettkowski
1320 Module sind auf der Landsburghalle in Weener verbaut. Die weiteren Rheiderland-Kommunen wollen jetzt auch auf öffentlichen Gebäuden Solaranlagen installieren. Foto: Gettkowski

PV-Anlage und Wärmepumpe

In Jemgum ist ein konkretes Vorhaben geplant. „Auf dem künftigen Bürgerhaus soll eine PV-Anlage installiert werden“, berichtet Bürgermeister Hans-Peter Heikens. Zudem wird die Wärme dort nach den Worten des Verwaltungschefs künftig über eine Luft-Wärmepumpe erzeugt. „Der von der PV-Anlage gelieferte Strom soll zu einem Großteil natürlich dann direkt im Bürgerhaus genutzt werden“, so Heikens weiter. „Überschüsse werden im Sommer ins Netz eingespeist.“ Darüber hinaus hat die Gemeinde Jemgum konkrete Aufträge für eine Energieberatung zur Grundschule/Turnhalle in Ditzum vergeben. „Dazu gehört auch die Betrachtung, wie möglicherweise eine PV-Anlage in ein künftiges Gesamtsystem passt. Ferner lassen wir die Feuerwehrhäuser in Jemgum und Ditzum betrachten, die beide großes Dachflächenpotenzial haben.“

Eine konkrete Vorstellung, wofür der Strom verwendet werden soll, gibt es bereits. „Wir könnten den vor Ort erzeugten Strom direkt am benachbarten Hauptpumpwerk verwenden.“ Darüber hinaus wird untersucht, ob beide Feuerwehrhäuser mit einem entsprechend großen Stromspeicher so autark aufgestellt werden können, dass dort beispielsweise im Falle eines Blackouts Anlaufstellen für die Bevölkerung eingerichtet werden könnten. „Aber da sind wir erst am Anfang“, so Heikens.

In Bunde sind die Planungen schon weiter fortgeschritten. Dort will die Gemeinde gleich auf den Dächern mehrerer öffentlicher Gebäude PV-Anlagen installieren: dem Rathaus, dem Familienzentrum und dem Kindergarten. „Wenn der Haushalt wie geplant verabschiedet wird, sind in diesem Jahr bis zu 70.000 Euro und im kommenden Jahr weitere 120.000 Euro für Photovoltaikanlagen eingeplant“, sagte Bürgermeister Uwe Sap auf Nachfrage. Die Gemeinde hat bereits potenziell geeignete Gebäude inspizieren lassen. „Die Ist-Analyse soll bis Mai im Fachausschuss vorgestellt werden, so dass wir dann diskutieren können, wo es Sinn macht.“

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