Millionen-Investition in Bunde In kleinen Schritten zur Grundschule der Zukunft
Weil es kein Fördergeld gibt, musste die Gemeinde Bunde sich vom Grundschulneubau verabschieden. Mit der nun gefundenen Alternative könnte auf lange Sicht doch noch etwas aus den Plänen werden.
Bunde - Eigentlich hatten Politik und Verwaltung in Bunde einen Vorzeige-Neubau für die Grundschule favorisiert. Als klar wurde, dass es für das mehr als zehn Millionen Euro teure Projekt keine Fördergeld geben wird, musste man sich von den Plänen verabschieden. „Die Gemeinde ist zu einer abgespeckten Version gezwungen und auch die bedeutet für uns einen ordentlichen Griff ins Portemonnaie“, sagt Bürgermeister Uwe Sap. In der Sitzung des Schulausschusses am Donnerstagabend stellte der Architekt Andreas Kleine aus Bunde drei mögliche Varianten zur inklusiven Gestaltung und Erweiterung der Grundschule in der Straße Kellingwold vor.
Das Gebäude stammt aus den 1930er Jahren. Die Fenster wurden zwar vor einigen Jahren erneuert, eine weitere energetische Sanierung sei nach den Worten des Architekten aufgrund des Alters des Gebäude nicht machbar. Die Gemeinde muss bei der Planung drei Faktoren Rechnung tragen. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetrieb muss erfüllt werden, es müssen inklusive Voraussetzungen für Schüler geschaffen werden, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind und die Einrichtung muss auf die steigenden Schülerzahlen ausgerichtet sein. „Geplant ist daher eine Dreizügigkeit für alle vier Klassenstufen“, erläuterte Kleine.
Keine Flickschusterei im Altbau
Von den beiden Varianten, die eine Erweiterung im Bestand vorsahen, verabschiedeten sich die Ausschussmitglieder schnell. In beiden Fällen hätte es während einer 18-monatigen Bauzeit erhebliche Einschränkungen für die Schüler gegeben. In der Zeit hätte der Unterricht in Containern stattfinden müssen. Der Schulhof wäre während der Bauphase kaum nutzbar gewesen.
Die Ausschussmitglieder sprachen sich mehrheitlich für eine Erweiterung in Form eines separaten Gebäudes aus. Die Kosten für diese Variante bezifferte der Architekt auf 2,9 Millionen Euro. „In der zwölfmonatigen Bauzeit kann der Altbau normal genutzt werden, daher sind keine Container erforderlich“, führte Kleine die Vorteile auf. Weiterer Vorzug: Das Gebäude ist bei Bedarf erweiterungsfähig und mit einer Photovoltaikanlage und einem Blockheizkraftwerk energetisch auf dem neuesten Stand. „Das ist besser als Flickschusterei im Altbau. So können wir schrittweise eine zukunftsfähige neue Grundschule realisieren“, sagte SPD-Ratsfrau Johanne Modder.
Schulleiterin in Sorge
Allerdings: Für den Bau des neuen Gebäudes wird Platz benötigt. Die Fläche des Schulhofes wird sich um 450 Quadratmeter verkleinern. Ein Umstand, der Grundschulleiterin Mirjam Heikens, Kopfzerbrechen bereitet. Aktuell besuchen die Grundschule Bunde 196 Kinder. Steigende Schülerzahlen müssten berücksichtigt werden. „Wenn die Schulhoffläche verkleinert wird, vergrößert sich das Konfliktpotenzial unter den Kindern“, befürchtet die Pädagogin.
Die Verwaltung hat durch den Grundsatzbeschluss den Auftrag erhalten, die Planung zu konkretisieren. Dabei will man auch Möglichkeiten ausloten, wie mehr Platz zum Toben in den Pausen geschaffen werden kann.