Hamburg  WhatsApp: Wann Sie sich durch fremde Nachrichten strafbar machen

Laurena Lynn Erdmann
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Von Laurena Lynn Erdmann
| 23.02.2023 11:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Auch die Nachrichten anderer Menschen können für Sie zum Verhängnis werden. Foto: Imago Images/NurPhoto
Auch die Nachrichten anderer Menschen können für Sie zum Verhängnis werden. Foto: Imago Images/NurPhoto
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Auch wenn Sie selbst keine illegalen Nachrichten im Chat verbreiten, können Sie sich trotzdem strafbar machen durch die Inhalte anderer. Wir erklären, worauf Sie achten sollten.

Nachrichten, die bei WhatsApp oder in anderen sozialen Netzwerken geteilt werden, können strafrechtlich verfolgt werden. Dabei kommt es nicht nur auf Ihre eigenen Nachrichten an, sondern auch auf Nachrichten, die andere Nutzer verschicken.

Falls ein anderer Mensch mit Ihnen illegale Inhalte teilt, sind Sie noch nicht verpflichtet, diese zu melden. Das erklärt Matthias Kettemann vom Leibniz Institut für Medienforschung in Hamburg gegenüber dem MDR. Andere Regeln könnten allerdings gelten, wenn Sie selbst die Gruppe gegründet haben. „Wenn Sie der Gruppengründer sind und nichts gegen die Straftat eines anderen in ihrer Gruppe tun, da gibt es zwar noch keine Fälle dazu, aber ich würde meinen, dass man da auslegen kann, dass auch eine Billigung stattfindet“, so der Experte. 

Um sich selbst nicht strafbar zu machen, sollten Sie den Nutzer aus der Gruppe entfernen oder auffordern, die illegalen Inhalte nicht weiterhin zu verbreiten. 

In einigen Fällen lohne es sich allerdings auch, die Polizei einzuschalten. „Wenn man das Gefühl hat, es ist noch nicht ganz das richtige oder es ist dringender, dann ist es nie verkehrt, sich an die Polizei zu wenden“, erklärt Martin Drechsler, Geschäftsführer der freiwilligen Selbstkontrolle der Multimedia-Diensteanbieter, gegenüber dem MDR. „Das ist auch gar nicht mehr so kompliziert wie früher. In jedem Bundesland gibt es eine Onlinewache der Polizei.“

Wichtig sei, dass man keine Nachrichten weiterleitet – selbst aus Entsetzen. „Hier kann man sich gerade schnell selbst strafbar machen“, so Drechsler. Besonders kritisch seien Inhalte mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen. „Hier sollte man aufpassen und dann im Zweifel lieber direkt die Polizei einschalten“, erklärt der Experte.

Kettemann erklärt auch, dass sich WhatsApp-Nutzer auch durch Reaktionen auf Nachrichten anderer strafbar machen können. „Wenn Sie in einer Gruppe sind und eine Äußerung durch ein [Daumen hoch] oder ein Sternchen oder ein Herzchen versehen, dann kann das als Billigung dieser Straftat gesehen werden“, erklärt Kettemann.

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