Melle/Wettrup  Wieder Geldautomat in Niedersachsen gesprengt: Innenministerin Behrens zeigt auf die Banken

Daniel Batel
|
Von Daniel Batel
| 22.02.2023 17:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) nach einer Geldautomatensprengung in Achim am vergangenen Mittwoch. Eine weitere Sprengung in Melle in der Nacht zu diesem Mittwoch blieb erfolglos. Foto: dpa/Sina Schuldt
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) nach einer Geldautomatensprengung in Achim am vergangenen Mittwoch. Eine weitere Sprengung in Melle in der Nacht zu diesem Mittwoch blieb erfolglos. Foto: dpa/Sina Schuldt
Artikel teilen:

Oft konnten Automatensprenger zuletzt in Niedersachsen Beute machen und über die Grenze in Richtung Niederlande verschwinden. Drei Verdächtige wurden jetzt gefasst. Die Landesinnenministerin Behrens ist aber noch nicht zufrieden.

Eigentlich ist die Festnahme von drei mutmaßlichen Tätern im Emsland eine gute Nachricht. Polizeibeamte hatten die drei Verdächtigen aus Melle bis nach Wettrup bei Lingen verfolgt. Auch ein Polizeihubschrauber war dabei zum Einsatz gekommen.

Leider wurden bei dem Einsatz aber eine Polizeibeamtin und ein Polizeibeamter schwer verletzt. Die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens (SPD) richtete sich in einem Statement direkt an sie: „Ihnen wünsche ich auf diesem Weg zuallererst eine schnelle Genesung! Ich danke allen an diesem Einsatz beteiligten Polizistinnen und Polizisten.“ Die polizeilichen Maßnahmen hätten gegriffen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobte den gelungenen Einsatz der Beamten. „Die Kolleginnen und Kollegen haben großartige Arbeit geleistet. Wir sind allerdings schockiert, dass zwei Polizisten bei der vorherigen Verfolgung schwer verletzt wurden“, sagte ein Sprecher.

Das Geld müsse bei der Detonation unbrauchbar werden, wie es in anderen Ländern längst der Fall sei, meint die GdP. Und weiter heißt es: „Wenn die Banken aus Kostengründen lieber die Sprengungen und das damit einhergehende Risiko für Bevölkerung und Polizei in Kauf nehmen, muss die Politik sie dazu verpflichten.“

Außerdem fordert die niedersächsische GdP, dass alle Einsatzfahrzeuge mit Stop-Sticks ausgestattet werden. Dabei handelt es sich um eine Art Nagelbrett, das vor flüchtende Fahrzeuge geworfen wird. Bislang gehört der Stop-Stick nicht zur Standardausrüstung aller Streifenwagen.

Die niedersächsische CDU fordert die Landesregierung auf, den Verfolgungsdruck auf Geldautomatensprenger weiter zu erhöhen. Dazu gehöre dringend auch, die Polizei personell zu stärken, erklärt die Parlamentarische Geschäftsführerin Carina Hermann. „Wir erwarten von der Landesregierung hier mehr als nur Ankündigungen und werden zu diesem Thema im Innenausschuss eine Unterrichtung gemeinsam mit Bankenvertretern beantragen“, betont Hermann.

Mit dem Gesamterfolg beim Thema Geldautomatensprengung ist die Ministerin ebenfalls noch unzufrieden. Sie sieht allerdings primär die Banken in der Pflicht: „Die heutige Sprengung macht erneut deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist, und dass höhere Sicherheitsmaßnahmen seitens der Banken diese Taten in Deutschland unverzüglich so unattraktiv wie möglich machen müssen“, erklärt Behrens. Ob und wie sie die Banken per Gesetz dazu verpflichten werde, ließ die SPD-Politikerin indes offen.

Ähnliche Artikel