Berlin  Stiftung Warentest: Wie gut reinigen sich Backofen mit Pyrolyse wirklich selbst?

Patrick Kern
|
Von Patrick Kern
| 22.02.2023 16:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Den Backofen nutzen die Deutschen gerne, aber auf das Saubermachen würden die meisten sicherlich gerne verzichten wollen. Klappt das mit selbstreinigenden Backöfen? Foto: imago images/agefotostock
Den Backofen nutzen die Deutschen gerne, aber auf das Saubermachen würden die meisten sicherlich gerne verzichten wollen. Klappt das mit selbstreinigenden Backöfen? Foto: imago images/agefotostock
Artikel teilen:

Machen selbstreinigende Backöfen wirklich das Leben in der Küche leichter? Oder ist das nur ein teures und leeres Werbeversprechen? Die Stiftung Warentest hat sich elf Pyrolyse-Backöfen näher angesehen.

Das Reinigen des Backofens ist meistens eine lästige Aufgabe. Aber es kommt regelmäßig auf viele Deutsche zu, schließlich backen mehr als 18 Millionen Deutsche laut einer Analyse des Instituts für Demoskopie Allensbach regelmäßig, und auch der Absatz an Tiefkühlpizzen in Deutschland hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen:

Umso mehr kommt die Frage auf, ob sich ein selbstreinigender Ofen per Pyrolyse lohnt. Das Werbeversprechen vieler Hersteller: Wer sich einen Backofen mit einer solchen Funktion zulegt, soll sich nicht mehr mit nervigem Schrubben und Kratzen quälen müssen. Die Röhren sollen stattdessen mit großer Hitze über mehrere Stunden Fett oder Speisereste wegbrennen – ganz ohne Chemikalien. Natürlich haben diese Geräte aber auch ihren Preis.

Doch halten die Öfen das, was sie versprechen? Stiftung Warentest hat mehrere Öfen mit dieser Funktion geprüft.

Als Gesamtsieger über alle getesteten Prüfungspunkte tun sich gleich drei Öfen hervor: Mit je einer Gesamtnote von 2,2 stehen

an der Spitze. Im Grillen und bei der Sicherheit wurden sie als „sehr gut“ eingestuft. Beim Reinigen zeigen sie allerdings Schwächen. Die Tester gaben allen Produkten in dieser Kategorie nur eine Note von 3,7.

Für den Test wurden in den elf ausgewählten Backöfen Marmelade, Kuchenteig und Bratensaft verteilt und bei 200 Grad Ober- und Unterhitze über 90 Minuten eingebrannt. Anschließend wurde – wie in den meisten Anleitungen empfohlen – zunächst nur mit Lappen, Spülmittel und Backofenspray versucht, den Schmutz zu beseitigen. Die übrig gebliebenen Reste sollten sich dann per Pyrolyse zu leicht auswischbarer Asche werden – so die Theorie.

Die Praxis zeigt jedoch: Unter den elf getesteten Backöfen hat sich keiner hervorgetan, der in allen Prüfungspunkten wie Backen, Grillen, Temperatur und Dauer, Handhabung, Sicherheit, Umwelteigenschaften und Reinigung überall absolut überzeugt.

Am besten ließ sich der Amica EBPX946610S für 575 Euro reinigen. Zwar erhielt dieser beim manuellen Reinigen nur ein „befriedigendes“ Ergebnis, doch die Pyrolyse-Funktion wurde für „gut“ befunden, was zu einer Wertung von 2,6 hinsichtlich der Reinigung führte.

Allerdings mussten die Tester bei der Sicherheit und bei Umweltaspekten deutliche Abstriche machen, weil die Backofentür gefährlich heiß wurde. So erhielt der Amica-Ofen insgesamt nur die Note 3,4.

Am schlechtesten reinigen trotz Pyrolyse-Funktion ließ sich der Backofen von Bauknecht mit der Nummer BIR4 DP8 FS2 ES. Das Gerät für 620 Euro bekam eine Wertung von 4,0, weil zu viele hartnäckige Reste übrigblieben. Mit allen anderen Faktoren kam dieses Gerät zumindest noch auf einen befriedigenden Wert von 2,6.

Selbst der teuerste Backofen mit 1080 Euro, der AEG BPK742280B, kam über ein befriedigendes Reinigungsergebnis mit 3,3 nicht hinaus. Allerdings sorgte hier die manuelle Reinigung eher für Probleme. Die Pyrolyse wurde dagegen mit „gut“ bewertet und brachte eine Reinigungsnote von 3,3 ein (Note 3,1 unter Berücksichtigung aller Faktoren).

Ähnliche Artikel