Täter unbekannt Polizeischild in Filsum geklaut
Die Polizei in Filsum kann derzeit nicht anhand eines Schildes gefunden werden. Das wurde nämlich am Wochenende geklaut. Die Tat ist es auch ein Fall für den Staatsschutz.
Filsum - Diese Diebe trauen sich was: In Filsum ist ein Schild der Polizei geklaut worden. Wie die Beamten mitteilen, wurde in der Zeit vom 17. Februar bis zum 21. Februar das Zeichen, das auf die Polizeistation im Ort hinweisen soll, entwendet. Obwohl sie selbst betroffen ist, geht die Polizei professionell mit dem Vorfall um, so hätten unbekannte Täter an der Einmündung Rathausstraße/ Rathausring das Verkehrszeichen 363 entwendet, heißt es in der täglichen Mitteilung der Polizei.
Well nu in Filsum na de Gendarms will, mutt nu sülst söken. Deven hebben de Wiespahl von Polizei mitgahn laten.
— Polizei Leer / Emden (@Polizei_LER_EMD) February 22, 2023
För diss Naricht und noch wat mehr, mutten ji hier kieken:https://t.co/nLmKEDhHZt pic.twitter.com/VAWSMrrqaU
„Bei dem blau-weißen Hinweisschild mit Richtungspfeil handelt es sich um den Wegweiser zur Polizeistation Filsum.“ Ein wenig Humor zeigen die Beamten dann aber doch. Denn die Pressestelle bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu dem Diebstahl geben können, die Polizei Filsum zu informieren, „sofern sie diese finden können“. Ansonsten könne es aber auch gern per Telefon passieren. Die Wache ist unter Telefon 04957/928120 erreichbar. „Well nu in Filsum na de Gendarms will, mutt nu sülst söken. Deven hebben de Wiespahl von Polizei mitgahn laten“, gibt die Polizei auf Facebook den Nutzern auf den Weg.
Bereits ein Diebstahlversuch
Das Schild scheint heiß begehrt zu sein, verrät Filsums Dienststellenleiter Holger Schulte auf Nachfrage. „Vor einigen Monaten haben Anwohner beobachtet, wie Jugendliche das Schild abgeschraubt haben und es wegtragen wollten“, erzählt er. Sie wurden von der Anwohnerin und ihrem Lebensgefährten davon abgehalten. Schulte wurde informiert. „Deswegen habe ich immer einen Blick auf das Schild gehabt, wenn ich morgens zum Dienst kam“, sagt er. Nun ist es aber seit dem Wochenende verschwunden. Ob es die selben Täter gewesen seien, sei allerdings eine Spekulation.
Schulte betont, dass es alles andere als ein Kavaliersdelikt ist. „Man könnte es als Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit werten. Wir haben es auch an den Staatsschutz weitergegeben“, sagt Schulte. Ein Diebstahl sei es ohnehin. An die Samtgemeinde Jümme sei der Verlust weitergegeben worden. „Die sind Geschädigte in diesem Fall“, erklärt Schulte. Er geht davon aus, dass das Schild zeitnah wieder ersetzt werde. Schilderklau kommt immer mal wieder vor. Im vergangenen Jahr war es zum Beispiel immer wieder zu Taten in der Samtgemeinde Hesel gekommen. Für die Kommune ist die Diebstahlserie äußerst ärgerlich. Eine Ortstafel kostet die Gemeinde 350 Euro. Dort wurden nicht nur Ortshinweisschilder gestohlen, sondern auch Gefahrenhinweiszeichen abgerissen, Schilder mit Straßennamen gestohlen und Firmenwegweiser verbogen.
Motiv unklar
Als mögliche Motive der Täter nannte die Polizei im vergangenen Jahr mehrere Möglichkeiten. „Zum einen sind es Sammler, die solche Ortstafeln einfach haben wollen und damit dann ihre Zimmer dekorieren“, sagt er. „Geschwindigkeitsschilder werden oft entwendet, um einem Jubilar zu seinem runden Geburtstag ein besonderes Geschenk zu machen.“
Doch selbst wenn es die Diebe nicht böse meinen: Sie gefährden die Verkehrsteilnehmer und machen sich mit ihren Taten strafbar. Oftmals begehen sie mit der Entwendung von Straßenschildern einen sogenannten „besonders schweren Diebstahl“. Ein solcher liegt vor, wenn das Diebesgut besonders gesichert ist. Ein solcher Diebstahl wird mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet. Gerade bei Gefahrenhinweisschildern kann auch ein „Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“ vorliegen – es drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.