Hamburg  Ein Jahr Ukraine-Krieg: Hamburg steht am Freitag für eine Minute still

Markus Lorenz
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Von Markus Lorenz
| 22.02.2023 11:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Pause für die Kriegsopfer: Am Freitag sollen auch die Busse der Hochbahn eine Minute lang innehalten. Foto: Hochbahn
Pause für die Kriegsopfer: Am Freitag sollen auch die Busse der Hochbahn eine Minute lang innehalten. Foto: Hochbahn
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Das Leid der Menschen in der Ukraine lässt die Hamburger nicht kalt. Am Freitag um 12 Uhr wird das in der Stadt an jeder Ecke zu spüren sein. Sogar in den Schwimmbädern.

Hamburg setzt am Freitag, 24. Februar, ein beeindruckendes Zeichen gegen den Ukraine-Krieg. Unter dem Motto „#hamburgstehtstill“ soll ein großer Teil der Stadt um Punkt 12 Uhr innehalten – für 60 Sekunden Gedenken an die Opfer des völkerrechtswidrigen Überfalls Russlands auf sein Nachbarland.

Der Verein MenscHHamburg ruft alle Bürger dazu auf, eine Minute innezuhalten. Auch viele Institutionen und Unternehmen sind dabei. So will Hochbahn alle U-Bahnen und Busse pausieren lassen. Auch am Flughafen Helmut Schmidt soll für eine Minute der Betrieb ruhen. Und in den Schwimmhallen von Bäderland Hamburg ertönt um 12.01 Uhr die ukrainische Nationalhymne.

Genau ein Jahr nach Kriegsbeginn solle so ein Zeichen der Solidarität von Hamburg in die Welt gehen, sagen die Initiatoren. Die Gedenkminute solle allen Ukrainerinnen und Ukrainern zeigen, dass ihr Leid nicht in Vergessenheit gerate.

MenscHHamburg ist für sein Engagement für Geflüchtete bekannt. Der Verein bietet seit März 2022 mit dem Projekt „MenscHHamburg WG“ 20 Ukrainerinnen eine zweite Heimat und unterstützt sie im Alltag. Aus Geflüchteten seien so schnell Freunde geworden, die nach wie vor um ihre Heimat bangten und auf unbestimmte Zeit auf Zuflucht angewiesen seien. Der Verein bittet dafür um Spenden.

„Unterstützen Sie #Hamburgstehtstill, indem Sie den Hashtag nutzen und auf die Aktion aufmerksam machen“, sagt Vereinschef Lars Meier. Und weiter: „Halten Sie gemeinsam um 12 Uhr für eine Minute inne. Und spielen Sie um 12.01 Uhr die ukrainische Nationalhymne.“

Bereits mit von der Partie sind außer Hochbahn, Flughafen und Bäderland unter anderem folgende Firmen und Institutionen: Carlsberg Deutschland, Carlsen Verlag, FC St. Pauli, Hapag-Lloyd, Miniatur Wunderland, die S-Bahn Hamburg, Thalia Theater und der TÜV Nord.

Offiziell verneigen sich Bürgerschaft und Senat am Freitag ebenfalls gemeinsam für die Opfer der russischen Aggression. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und Bürgermeister Peter Tschentscher (beide SPD) legen um 17 Uhr an der Ernst-Barlach-Stele (Rathausmarkt/Kleine Alster) Kränze nieder und gedenken gemeinsam mit Generalkonsulin Iryna Tybinka der Verstorbenen, Verletzten und Vertriebenen.

Ebenfalls am Freitag sammelt Hanseatic Help von 11 bis 18 Uhr auf dem Rathausmarkt Spielzeugspenden, die in Tageszentren für Waisen, Kinder mit Behinderungen und Kinder ohne elterliche Fürsorge verteilt werden. Die Spielsachen sollten neuwertig und ohne Anleitung verständlich sein. Angenommen werden: Puzzles, Bilder-Memorys, Bastelsets, Malbücher, Lego, Playmobil, Bälle, Springseile, Geschicklichkeitsspiele. Nicht angenommen werden Puppen, Stofftiere oder Kinderkleidung.

Vom 23. Februar bis 2. März werden in der Diele des Rathauses Fotografien aus der Ukraine im Rahmen einer Ausstellung „Ein Jahr Krieg“ gezeigt. Eintritt frei.

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