Ein Nachruf  Selbstbestimmt, streitbar und das Soziale immer im Blick

| | 20.02.2023 17:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ute Lange-Mechlen starb am 12. Februar im Alter von 94 Jahren. Foto: Archiv
Ute Lange-Mechlen starb am 12. Februar im Alter von 94 Jahren. Foto: Archiv
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Im Alter von 94 Jahren ist die Rhauderfehnerin Ute Lange-Mechlen gestorben. Sie hat als Zeitzeugin über den Nationalsozialismus berichtet. Außerdem hat sie sich stark für Rotary engagiert.

Westoverledingen/Rhauderfehn - Im Alter von 94 Jahren ist die Rhauderfehnerin Ute Lange-Mechlen am 12. Februar gestorben. Selbstbestimmt, zielstrebig, streitbar und das Soziale immer im Blick – so wird die gebürtige Berlinerin, die von 1997 bis 2013 in Westoverledingen und dann bis zu ihrem Tod in Rhauderfehn gelebt hat, beschrieben.

Das Leben von Lange-Mechlen war sehr bewegt. So hat sie als Zeitzeugin im Geschichtsunterricht den Schülern auch im Oberledingerland über den Alltag im Nationalsozialismus berichtet. 23 Jahre lang hat sie sich zudem für den Rotary Club Overledingen-Rhauderfehn engagiert. „Unsere Aufgabe ist es, Soziales zu leisten und sozialschwachen Menschen zu helfen.“ Das hatte Ute Lange-Mechlen anlässlich des Festaktes zum zehnjährigen Bestehen des Rotary Clubs am 2. April 2011 gesagt.

Ehrenamtlich stark engagiert

Nach Auskunft der Westoverledinger Rechtsanwältin Christine Weisheit vom Rotary Club war Lange-Mechlen unter anderem Clubsekretärin, hat die Chronik des Rotary Clubs geschrieben und war viele Jahre lang für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. „Ute hat zahlreiche Veranstaltungen mitorganisiert, unter anderem den Handwerkerpreis und die Osternesteraktion für den Leeraner Kinderschutzbund. Außerdem hat sie intensive Kontakte zum niederländischen Partnerclub Oosterwolde gepflegt“, sagte Weisheit.

Andreas Damke, Sprecher des Rotary Clubs Overledingen/Rhauderfehn, bezeichnete Lange-Mechlen als eine tolle Persönlichkeit, die sich immer wieder ehrenamtlich engagiert und für Rotary viel bewegt habe.

Sie war eine kritische Begleiterin

Ute Lange-Mechlen wurde am 3. September 1928 in Berlin-Zehlendorf geboren. Ihr Abitur legte sie 1947 an der Mädchen-Oberschule Berlin-Lichterfelde ab. Schon da stand für sie fest, dass sie Journalistin werden wollte. Den Berufswunsch setzte sie mit dem Volontariat beim Ullstein-Kindlerverlag in Berlin um.

1953 heiratete sie, doch die Ehe wurde bereits nach vier Jahren geschieden. Ihren Sohn, der im Alter von 20 Jahren verstarb, zog Ute Lange-Mechlen alleine groß.

Nach Auskunft von Weisheit hatte sich Lange-Mechlen 2021 altersbedingt aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. „Sie war aber bis zuletzt eine kritische und engagierte Begleiterin aller rotarischen Aktivitäten, sie war immer politisch interessiert und bis zum Schluss geistig sehr fit“, sagte Weisheit.

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