Berlin  Ruth Moschner: Täter wegen Instagram-Hass zu Geldstrafe verurteilt 

Daniel Benedict
|
Von Daniel Benedict
| 11.02.2023 09:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ruth Moschner kriegt auf Instagram Dickpics und Morddrohungen. Bei zwei Tätern vermeldet sie Erfolge. Foto: imago-images/Christoph Hardt
Ruth Moschner kriegt auf Instagram Dickpics und Morddrohungen. Bei zwei Tätern vermeldet sie Erfolge. Foto: imago-images/Christoph Hardt
Artikel teilen:

Dickpics und Hatespeech: „Jeopardy!“-Moderatorin Ruth Moschner geht gegen den Instagram-Hass vor. Bei zwei Tätern meldet sie juristische Erfolge.

Ruth Moschner (46) bemerkt bei Nachstellungen im Internet einen Geschlechterunterschied: „Männer sexualisieren, Frauen hassen“, sagte die Moderatorin unserer Redaktion. „Zumindest bei mir ist das so. Die Morddrohungen kriege ich eher von Frauen.“ Erstaunen über den weiblichen Anteil an der Hasskriminalität kommentierte Moschner lakonisch: „Willkommen in der Realität. Auch Frauen haben manchmal böse Gedanken.“

Im Engagement gegen Hatespeech vermeldete die Moderatorin erste juristische Erfolge: „Bei einem Täter haben meine Anwältin und ich schon ein Urteil erreicht. Er musste eine Geldstrafe von 1.200 Euro zahlen“, sagte Moschner. „Ein zweites Verfahren, bei welchem ich jetzt von einem Anwalt von HateAid unterstützt werde, läuft noch; die Daten des Täters wurden von der Kanzlei bereits ermittelt. Anwaltsschreiben und einstweilige Verfügung sind raus.“

Mehr Moschner: Hier lesen Sie das Interview im Wortlaut

Moschner formulierte konkrete Forderungen: „Wir sind mit dem Thema noch lange nicht durch und brauchen dringend eine neue Rechtsprechung, was digitale Strafverfolgung angeht. Unsere Gesetze sind nicht dafür gemacht, digitale Verbrechen aufzuklären und zu ahnden“, sagte die 46-Jährige. „Jedes Küchengerät durchläuft mehr Kontrollen als Instagram und Facebook, die voller Gefahren stecken. Mobbing, Pädophilie: Das Internet ist ein Paradies für Verbrecher.“

Bislang fällt Moschners Bilanz ihres Einsatzes gemischt aus: „Sich zu wehren ist möglich, aber natürlich kann ich mir nicht täglich all diese Hassnachrichten ansehen“, sagte sie. „Ich habe es schon über viele Wege versucht: über die Polizei, direkt über die Staatsanwaltschaft, über einen Zivilrechtler, über eine Strafrechtlerin. Das eine kostet viel Geld, das andere viel Nerven – und alles viel Zeit.“

Ähnliche Artikel