Attraktion im Grenzgebiet  Traditions-Hotel in Neuschanz lockt mit modernem Konzept

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 17.02.2023 18:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Hotel Leeuwerik an der Straße Oudezijl in Bad Neuschanz erstrahlt nach Umbau- und Sanierung in neuem Glanz. Foto: Gettkowski
Das Hotel Leeuwerik an der Straße Oudezijl in Bad Neuschanz erstrahlt nach Umbau- und Sanierung in neuem Glanz. Foto: Gettkowski
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Mehrere Jahre hat das Hotel Leeuwerik in Bad Neuschanz leer gestanden. Nun wurde es saniert und hat ein modernes Konzept erhalten. Aus gutem Grund hofft die Nachbarkommune Bunde davon zu profitieren.

Bad Neuschanz - Die Grenzregion hat eine neue Attraktion: Jahrelang stand das traditionsreiche Hotel Leeuwerik in Bad Neuschanz leer, seit Jahresbeginn lockt das alte Gebäude mit einem modernen Konzept wieder Gäste an. Die aus Bellingwolde stammende Monique Steenbakers und ihr Geschäftspartner Luiz van de Velde haben das Haus saniert und umgebaut – zu einem Hotel ohne Rezeption.

Was und warum

Darum geht es: In Bad Neuschanz wurde ein traditionsreiches Hotel in völlig neuem Stil wiedereröffnet.

Vor allem interessant für: alle, die die Region gerne mit dem Rad erkunden und sich für Entwicklungen in der niederländischen Nachbargemeinde interessieren.

Deshalb berichten wir: Nach mehrjährigem Leerstand hat das Hotel im Januar wiedereröffnet.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Das Hotel an der Straße Oudezijl/Ecke Stationsstraat liegt direkt neben dem Bahnhof Bad Neuschanz und blickt auf eine lange Tradition zurück. Nach Angaben der Facebook-Gruppe Bad Nieuweschans Nieuws, deren Mitglieder sich mit der Historie des Orts befassen, hatte Wubbelt Leeuwerik den Neubau 1955 errichtet. Vor dem Krieg soll sich an der Stelle viele Jahre lange eine reine Kneipe befunden haben.

Jolande Houtzager gibt Einblick in ein Einzelzimmer mit eigenem Bad im oberen Stockwerk. Sie leitet das Hotel, das im Januar eröffnet wurde. Foto: Gettkowski
Jolande Houtzager gibt Einblick in ein Einzelzimmer mit eigenem Bad im oberen Stockwerk. Sie leitet das Hotel, das im Januar eröffnet wurde. Foto: Gettkowski

China-Restaurant war im Erdgeschoss

Das Hotel-Restaurant Leeuwerik hatte einst einen exzellenten Ruf. Als sich der Eigentümer 1986 in den Ruhestand verabschiedete, kauften Evert und Toos Wiebrands das Hotel und führten es noch viele Jahre erfolgreich weiter. Seinen Namen, der vor allem vielen Alteingesessenen ein Begriff ist, hat das Hotel bis heute behalten. „Unten war hier zuletzt ein China-Restaurant untergebracht, oben waren Hotelzimmer“, erzählt Jolande Houtzager, die das Hotel heute leitet.

Für die Gestaltung suchen die neuen Hotelbesitzer noch Künstler, die ihre Arbeiten in den Fluren und Zimmern präsentieren möchten. Foto: Gettkowski
Für die Gestaltung suchen die neuen Hotelbesitzer noch Künstler, die ihre Arbeiten in den Fluren und Zimmern präsentieren möchten. Foto: Gettkowski

Nachdem das Haus vier Jahre lang leer gestanden hatte, erwarben Monique Steenbakers und Luiz van de Velde die Immobilie. Im April vergangenen Jahres wurde mit den Umbauarbeiten begonnen. Schon während der Bauphase sei das Interesse an einer weiteren Übernachtungsmöglichkeit im Ort spürbar gewesen. „Vor allem im Sommer kamen viele Touristen, die ein Quartier suchten und neugierig waren, wann der Betrieb losgeht“, sagt sie. Eröffnet hat das Hotel Leeuwerik am 1. Januar dieses Jahres. Auch wenn die Saison erst noch bevorsteht, hat das Hotel nach Auskunft von Houtzager seit Jahresbeginn schon etliche Übernachtungsgäste gehabt. „Auch Deutsche“, freut sie sich.

Im Coop-Supermarkt von Bert Stuut in Bad Neuschanz ist eine Wand mit alten Ortsansichten zu sehen. Abgebildet ist auch ein Foto vom Hotel Leeuwerik. Das Haus war damals noch rot geklinkert. Foto: Gettkowski
Im Coop-Supermarkt von Bert Stuut in Bad Neuschanz ist eine Wand mit alten Ortsansichten zu sehen. Abgebildet ist auch ein Foto vom Hotel Leeuwerik. Das Haus war damals noch rot geklinkert. Foto: Gettkowski

Eine Million Euro investiert

Insgesamt etwa eine Million Euro wurden nach Angaben von Monique Steenbakers in die Neugestaltung gesteckt. Ansprechen wolle man mit dem Konzept eine breite Zielgruppe, dazu zählten Geschäftsleute ebenso wie Mitarbeiter von Firmen, die in der Gegend zu tun haben, Besucher der Thermen Neuschanz und natürlich Touristen. Insbesondere solche, die mit dem Fahrrad auf der Internationalen Dollardroute unterwegs sind und eine Unterkunft für nur eine Nacht suchen.

Das Hotel liegt an der Straße Oudezijl/Ecke Stationsstraat in Bad Neuschanz. Foto: Gettkowski
Das Hotel liegt an der Straße Oudezijl/Ecke Stationsstraat in Bad Neuschanz. Foto: Gettkowski

Das Besondere an dem Hotel ist der sogenannte 24/7-Self-Check-in. Eine Rezeption gibt es hier nicht. „Man kann online ein Zimmer buchen und bekommt per Email einen Zugangscode, mit dem sich die Eingangs- und die Zimmertür öffnen lässt“, erklärt Jolande Houtzager.

Praktisch für Fahrradtouristen: Der Bahnhof von Bad Neuschanz liegt direkt neben dem Hotel. Dort können Hotelgäste ihre Fahrräder in speziellen Boxen sicher abstellen. Foto: Gettkowski
Praktisch für Fahrradtouristen: Der Bahnhof von Bad Neuschanz liegt direkt neben dem Hotel. Dort können Hotelgäste ihre Fahrräder in speziellen Boxen sicher abstellen. Foto: Gettkowski

Zimmerservice bringt das Frühstück

Die acht Hotelzimmer im Erdgeschoss sind etwas größer, haben dafür aber kein eigenes Badezimmer. „Wo sich früher die Küche des Restaurants befand, wurden mehrere separate Duschräume und Toiletten eingerichtet“, erzählt sie. Die sieben Einzel- und Doppelzimmer im Obergeschoss dagegen sind mit eigenen Badezimmern ausgestattet. Im Gegensatz zu früheren Zeiten gibt es im Hotel allerdings kein Restaurant. „Die Hotelgäste können den Zimmerservice nutzen und sich Frühstück oder Mittagessen in die Zimmer bringen lassen“, berichtet Monique Steenbakers.

Völlig neu gestaltet wurden die Zimmer im Obergeschoss des Hotels Leeuwerik. Foto: Gettkowski
Völlig neu gestaltet wurden die Zimmer im Obergeschoss des Hotels Leeuwerik. Foto: Gettkowski

Bürgermeister Uwe Sap aus der rheiderländer Nachbargemeinde Bunde bewertet die Wiedereröffnung des Hotels in Bad Neuschanz mit dem neuen Konzept als positiv. Es könne in seinen Augen eine nahegelegene Übernachtungs-Alternative für Touristen sein, die in der Gemeinde Urlaub machen. Denn die direkt in Bunde gelegenen Hotels „Hotel zur Blinke“ und „Adria“ erfüllen schon seit vielen Jahren nicht mehr diese Funktion. In den Ortschaften der Gemeinde gibt es zwar Ferienwohnungen und Fremdenzimmer. Einzig vebliebenes Hotel ist das „Am Lindenhof“ im Gewerbegebiet Bunde-West. „Für uns wäre es wünschenswert, wenn wird in Bunde noch ein weiteres Hotel hinbekommen würden.“ Mit der Zahl der Gästebetten ist die Gemeinde dennoch gut aufgestellt. Es gibt ein Hotel mit 24 Betten, ein Gästehaus mit sechs Betten, acht Ferienhäuser mit 45 Betten sowie 17 Ferienwohnungen mit 68 Betten. Darüber hinaus gibt es in Ditzumerverlaat mit dem Haus des Gastes eine Unterkunft mit 25 Betten, in der auch Jugend-, Fahrrad oder Kirchengruppen untergebracht werden können.

Das „Hotel zur Blinke“ war einst erste Adresse in Bunde. Ganze Busladungen von Reisegruppen stiegen dort ab. Seit mehr als zehn Jahren wird es nicht mehr als Hotel genutzt. Foto. Gettkowski
Das „Hotel zur Blinke“ war einst erste Adresse in Bunde. Ganze Busladungen von Reisegruppen stiegen dort ab. Seit mehr als zehn Jahren wird es nicht mehr als Hotel genutzt. Foto. Gettkowski

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