Missbrauch  Kirche hat Mitschuld an Ausgrenzung von Opfern

Stefanie Witte
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Ein Kommentar von Stefanie Witte
| 14.02.2023 18:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine Kirche, die sich den Schwachen zuwendet? Das nehmen Betroffene vielerorts anders wahr. Foto: Murat/DPA
Eine Kirche, die sich den Schwachen zuwendet? Das nehmen Betroffene vielerorts anders wahr. Foto: Murat/DPA
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Verräter, Übertreiber, Lügner: Opfer sexualisierter Gewalt müssen sich mancherorts eine Menge anhören - die Kirche lässt sie damit häufig allein.

Was, wenn sich in einem Ort zwei Lager bilden? Das eine verurteilt den ehemaligen Pfarrer, einen Täter, das andere hält zum vermeintlich verdienten Priester. Die Essener Studie wirft nun ein Schlaglicht auf Dynamiken in Kirchengemeinden. Das wurde auch Zeit. Abseits von kirchenpolitischen Grundsatzfragen geht das Leben in der Gemeinde nämlich weiter – und kann für manchen sehr belastend sein.

Die Forscher stellen fest: Opfer und Angehörige sind tagtäglich mit Schuldumkehr, Wut und sogar Fanclubs von Tätern konfrontiert. Diese wollen entweder nicht glauben, dass der vermeintlich heilige Mann in Wirklichkeit ein Straftäter ist – oder sie verharmlosen dessen Taten, ganz in der Tradition von Bischöfen und Personalverantwortlichen, die lange selbst vertuscht und verharmlost haben. Die Folgen sind auf Opferseite Angst vor Repressionen, Ausgrenzung und Ablehnung.

Diese Dynamik liegt ebenso in der Verantwortung einer Kirche wie der Umgang mit Tätern. Immerhin findet all das im Rahmen der Institution statt. Häufig überschneiden sich die Fragestellungen. Da wird ein Priester versetzt – und zurück bleiben Opfer, die sich rechtfertigen und etwa belegen sollen, dass wirklich etwas vorgefallen ist. Die Geheimniskrämerei der Kirche leistet dem Vorschub und verschuldet mit, dass das Leben von Gläubigen in vielen Orten teils schwer zu ertragen ist.

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