Krieg in Europa  Abnutzungskrieg bringt Alliierte an moralische Grenzen

Thomas Ludwig
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Ein Kommentar von Thomas Ludwig
| 14.02.2023 17:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Sterben geht weiter: Frische Gräber am Rande der umkämpften Stadt Bachmut. Foto: Picture Alliance/AP/DPA
Das Sterben geht weiter: Frische Gräber am Rande der umkämpften Stadt Bachmut. Foto: Picture Alliance/AP/DPA
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Während Russland seine Vorstöße entlang der Frontlinie intensiviert, droht westliche Militärhilfe zur Verteidigung zu spät oder zu spärlich in der Ukraine anzukommen. Doch die Alliierten stehen im Wort.

Die internationale Allianz zur Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine agiert geradezu behäbig. Hat man den Mund aufseiten der Alliierten also zu voll genommen und Versprechen gemacht, die man nicht halten kann? Für die Ukraine muss es zum Verzweifeln sein. Denn bei der Verteidigung gegen die russischen Angreifer zählt jeder Tag – zumal sich die Zeichen für eine neue Großoffensive verdichten.

Dass der Feldzug nun bald ins zweite Jahr geht, ist für Wladimir Putin eine ordentliche Schmach, die er bis zum Jahrestag des Kriegs am 24. Februar mindestens durch die Einnahme der strategisch und symbolisch wichtigen Stadt Bachmut vergessen machen muss; entsprechend blutig sind dort die Kämpfe in diesen Tagen. Im autokratischen System Putins spielen die Verluste in den Reihen der eigenen Soldaten keine nennenswerte Rolle. Ein Sieg in Bachmut um jeden Preis muss her – und soll Russlands Bevölkerung und Soldaten motivieren, weiter an die Legitimation des Kriegs zu glauben.

Erst wenn Moskau keinen Spielraum mehr für einen Sieg sieht, wird man dort zu Zugeständnissen bereit sein. Deshalb darf die Militärhilfe der Alliierten zur Gegenwehr der Ukraine nicht nur nicht nachlassen; sie muss vielmehr schneller und von weiteren Sanktionen gegen Russland flankiert werden.

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