Neuer Stand in Rhauderfehn Auf dem Markt gibt es jetzt Schlickertüte mit Rehbein
An ihrem Marktstand verkaufen Andreas und Jannine Linnemeier alles, was Hunde gerne mögen. Das besondere Angebot kommt an.
Rhauderfehn - Auf dem Rhauderfehntjer Wochenmarkt liegt seit ein paar Wochen ein neuer Duft in der Luft. Es ist der markante Geruch von Fleisch, verarbeitet zu hundegerechten Portionen. Er kommt aus dem Verkaufswagen von Andreas und Jannine Linnemeier. Den einen lässt der Geruch den Atem stocken, bei anderen sorgt er dafür, dass das Wasser im Mund zusammen läuft. Oder besser gesagt, im Maule. So soll es auch sein, denn die Zielgruppe der Linnemeiers sind Hunde.
Neben ihrem Laden auf Rädern weist ihr Aufsteller auf ihren festen Laden, die Hundescheune in Schwerinsdorf, hin: „De Hund schüür. Lieber unverpackt. Natürlich. Lose. Nachhaltig.“
Sogar vegetarische Alternativen gibt es
Die beiden Betreiber kommen aus Nordrhein-Westfalen, leben seit fünf Jahren in Schwerinsdorf und sind seit Ende Januar neu auf dem Wochenmarkt in Rhauderfehn. Sie bieten alles, was das Hundeherz begehrt. Huhn, Fisch, Rind, Pferd, Kaninchen, Hase, Hirsch, Büffel, Lamm, Kalb, Kamel und Ente liegen in Form von Würfeln, Streifen, Würsten, Keksen, Kaustangen, Donuts, Snacks und Trainingshäppchen zum Kauf bereit. Es gibt Ohren mit und ohne Fell, Kehlkopfspangen, Mägen, Kopfhaut und Insektenwürstchen. Für Hunde, die tierfrei ernährt werden, haben sie vegane Alternativen auf Kokosbasis im Programm. Dazu gibt es auch von Hand gepackte Wellness- oder Schlickertüten, gefüllt mit Pfötchenöl und Zahnreinigungssnack oder Rehbein und Flunder. „Wir haben eine Bar ohne Plastikverpackung und eine Marktnische gefunden“, weiß Inhaber Andreas Linnemeier.
Vor knapp einem Jahr haben sich die Eheleute mit ihrem Hundesortiment selbstständig gemacht und sind mit ihrem Verkaufswagen unterwegs. Sie selbst haben auch Hunde, einen Malteser und einen Appenzeller-Berner-Sennenhund-Mischling. Mit dem Mischling seien sie im Hundesport in Nordrhein-Westfalen erfolgreich aktiv gewesen.
Nachbarn auf dem Markt freuen sich
Jannine Linnemeier ist gelernte Tiertherapeutin. Sie hätten täglich Anfragen und gäben Tipps. Ihre Kunden seien treu wie die Schäferhunde, sagt der Inhaber lachend. Das ist am zweiten Markttag der Linnemeiers in Rhauderfehn zu beobachten. Eine Stammkundin reiste aus Hesel an, um sich am Stand für ihren Australien Shepherd einzudecken. „Ich hole die Käsesnacks zum Trainieren“, erzählt Samira Schneider (30), während Andreas Linnemeier ihr eine Tüte füllt. „Wir haben ein Ritual. Abends gibt es immer Leberwurstkissen.“
Holger Schmidt steht mit seinem Käse- und Nusswagen auf dem Marktplatz Rhauderfehn schräg gegenüber der Neuankömmlinge. Er ist seit 14 Jahren dabei und freut sich über die Hundeprofis aus Nordrhein-Westfalen. „Die sind locker drauf“, findet er. „Wir haben auch einen Hund, der frisst das, was ich da kaufe, gerne. Sie sind super sympathische Menschen, die passen hier absolut rein.“ Er habe sich im Vorfeld für sie eingesetzt. Wenn sie neue Kunden anziehen, könnten die anderen Beschicker davon profitieren.
Marktmeister achtet auf Ausgewogenheit
Auch Marktleiter Bernd Haskamp zeigt sich freudig optimistisch. „Wir hoffen, das zieht neue Kunden an. Die passen komplett in das ganze Konzept. In Rhauderfehn musst du ein Jahr durchhalten, alle Jahreszeiten einmal erlebt haben, damit man weiß, ob der Markt für einen gut ist“, so Haskamps Erfahrung. Bei der Auswahl an Ständen achte er auf ein ausgewogenes Angebot, um ein Gleichgewicht zu behalten. Prinzipiell sei alles zugelassen, was für den täglichen Gebrauch beziehungsweise. Bedarf benötigt werde. Verboten sind laut Rhauderfehner Marktordnung lebende Tiere, Trödelwaren und Propagandamaterial.
Dass Tierfutter auf einem Wochenmarkt angeboten wird, ist nicht selbstverständlich, stellte Yvonne Hinrichs unlängst fest. Sie ist die Geschäftsführerin von „Knabberland“, verkauft Waren für Hunde und Katzen und bewarb sich Anfang des Jahres mit ihrem Angebot beim Auricher Wochenmarkt, wurde jedoch von der Stadt Aurich abgewiesen. Laut geltender Marktordnung gehöre Tierfutter nicht zu den für den Wochenmarkt zugelassenen Waren.