Osnabrück  Grenzen dicht? EU kommt um mehr Abschottung nicht herum

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 09.02.2023 12:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Gekommen, um zu bleiben: Immer wieder versuchen Menschen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Foto: dpa/Angelos Tzortzinis
Gekommen, um zu bleiben: Immer wieder versuchen Menschen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Foto: dpa/Angelos Tzortzinis
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Immer mehr Länder in Europa sind auf Arbeitskräftezuwanderung angewiesen. Immer mehr geraten aber auch an ihre Grenzen, Einwanderer zu integrieren. Konsequenter Grenzschutz und eine gewisse Durchlässigkeit sollten einander also nicht ausschließen.

Es ist ein Kreuz mit der Zuwanderung. Einerseits sind überalternde Länder wie Deutschland auf sie angewiesen, um dem Arbeits- und Fachkräftemangel zu begegnen. Andererseits droht eine Überforderung bei der Integration von Zugezogenen; zudem will niemand die Falschen im Land haben.

So wundert es nicht, dass die 27 Mitglieder der EU beim aktuellen Gipfel wieder einmal um die richtige Migrationspolitik streiten. Dabei sind die Fronten seit Jahren die gleichen: Während die einen auf stärkere Abschottung setzen, plädieren andere für eine gewisse Durchlässigkeit. Beides ist richtig.

Auch wenn es einige Zeit ruhiger war um das Thema Zuwanderung, so hat es sich doch nicht erledigt. Deshalb ist es sinnvoll, wenn nun einige EU-Länder fordern, die Gemeinschaft müsse sich endlich für die Zukunft rüsten.

Irreguläre Einwanderung wird auf absehbare Zeit eine Herausforderung bleiben - allein schon infolge des Klimawandels und seiner Folgen sind neue Migrationswellen zu erwarten. Die EU ist für eine solche Entwicklung nicht gerüstet.

So wird die Gemeinschaft tatsächlich nicht umhin kommen, ihre Außengrenzen auch mit Hilfe von Zäunen und technischer Überwachung stärker zu sichern als bisher. Dafür wird man Geld in die Hand nehmen müssen, viel Geld.

Hinzu kommen müssen eine schnelle Bearbeitung von Asylanträgen, damit Geflüchtete Klarheit über ihren Aufenthaltsstatus haben. Zudem gehören zu einer verantwortungsvollen Migrationspolitik eine konsequente Rückführung abgelehnter Antragsteller sowie Abkommen mit Anrainerstaaten, damit diese illegaler Einwanderung Richtung Europa keinen Vorschub leisten.

Es ist nicht inhuman, die Grenzen einer Gemeinschaft zu schützen und Einwanderung zu regulieren. Unmenschlich ist es, Menschen in ausweglose Situationen kommen zu lassen, in denen sie von kriminellen Schleppern in Todesgefahr gebracht und abgezockt werden.

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