Gewalt an Schulen Nach Vorfall in Collhusen – Ermittlungen laufen
Die zuständige Polizeidirektion kann derzeit keinen Anstieg an Gewalttaten verbuchen. Doch Corona könnte sich auf die Statistik auswirken.
Collhusen - Knapp drei Wochen ist ein Vorfall am Schulzentrum Collhusen her, bei dem ein Schüler mit einem Kugelschreiber im Gesicht verletzt wurde. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung, an der Schule wurden darüber hinaus Konsequenzen für die beteiligten Schüler angekündigt. „Es wird etwas nach sich ziehen, das ist klar“, sagte Schulleiter Rainer Bruns. In Klassenkonferenzen wurden diese besprochen. Der Artikel über den Vorfall wurde intensiv diskutiert. Von mehr Vorfällen und einem Gewaltproblem war in Kommentaren die Rede. Gibt es an Schulen in der Region ein Gewaltproblem?
Laut Svenia Temmen, Pressesprecherin der Polizeidirektion Emden/Leer, sei derzeit kein besonderes Aufkommen von Gewalt an Schulen, die der Polizei gemeldet wird, zu erkennen. „Allerdings ist ja in diesem Zusammenhang auch zu beachten, dass nach den Corona-Jahren mit den Schulausfällen sich nun die Lage automatisch, wie in allen Bereichen, wieder verändert“, so Temmen. Ob die Anzahl der Vorfälle dann ähnlich hoch wie vor dem Beginn der Pandemie ist, könne jedoch erst nach der Statistikauswertung gesagt werden. Die Zahlen für 2022 sollen jedoch erst im März freigegeben werden, erst dann seien genauere Aussagen möglich.
Anzahl von Gewalttaten steigt
Noch 2018 wurde in den Lagebildern von zehn Landeskriminalämtern, Niedersachsen war nicht dabei, zum Tatort Schule gemeldet, dass Gewalt an Schulen deutlich zugenommen hatte. Insbesondere gefährliche und schwere Körperverletzungen hätten zugenommen. Bei gefährlicher Körperverletzung wird eine Person mithilfe einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeuges verletzt. Bei schwerer Körperverletzung geht es hingegen um die Schwere der Folgen der Tat. Beides sind strafrechtlich relevante Vorfälle, weswegen die Polizei an Schulen gerufen werden.
„Wenn wir gerufen werden, behandeln wir jeden Vorfall in Form eines Verfahrens, unabhängig vom Alter der Tatverdächtigen. Bereits vor Ort werden Gespräche geführt und vor allem auch die Erziehungsberechtigten sofort mit einbezogen“, so Temmen. Bei Problemen würden darüber hinaus das Jugendkommissariat und die Jugendsachbearbeiter aus den umliegenden Polizeistationen vor Ort als Ansprechpartner da sein. „Zudem arbeitet unsere Beauftragte im Bereich der Kinder- und Jugendprävention, Christa Frigger, eng mit den Schulen zusammen und bietet verschiedene Möglichkeiten an in Form von Vorträgen, aber auch bei der Begleitung von Projekten zum Thema“, sagt Temmen.
Fall wird aufgearbeitet
Zum Vorfall am Schulzentrum in Collhusen gibt es derweil keine weiteren Informationen von der Polizei. „Wir können keine weiteren Informationen herausgeben, da es sich bei den Opfern und auch den Tatverdächtigen um Kinder/Jugendliche handelt“, so Temmen. Den Ermittlern sei jedoch der vollständige Sachverhalt bekannt und dieser werde derzeit strafrechtlich aufgearbeitet.
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